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Verfasser fragt, ob es in Zeiten einer fast ausschließlichen Bewertung psychischer Faktoren richtig sei, betonte körperliche Anomalien bei Bettnässern ganz zu vernachlässigen. Er will die Frage weniger im Kausalzusammenhang als nach Rolle der Disposition bei der neurotischen Symptomwahl betrachtet sehen. Wichtiger wird das Anliegen, wenn vorzugsweise die mit einer Entwicklungshemmung einhergehenden Symptome diskutiert werden. Er findet diese, und zwar körperlich und psychisch parallel laufend, bei 5 von 8 untersuchten Kindern und belegt diese Auffassung durch Angaben zahlreicher anderer Autoren. Mit einer Entwicklungshemmung ist oft das Vorhandensein sogenannter Degenerationszeichen (mongoloider Gesichtsausdruck, hoher Gaumen, Hohlfuß, allg. Dysplasie) verbunden. So faßt Verfasser auch die Entwicklungshemmung als Degenerationszeichen einer psychopathischen Persönlichkeit auf. Den bevorzugt Milieugeschädigten stehen die Entwicklungsgehemmten gegenüber, deren Störung sich meist auf konstitutioneller Basis schon in frühester Kindheit manifestiert habe. Als dritte Möglichkeit wird geburtstraumatische Hirnschädigung angenommen. Nach Kretschmer tendieren die Entwicklungsgehemmten (Retardierten) mehr zur Neurose, allerdings vorwiegend in der Pubertät (was somit für die allgemeine Bettnässer-Problematik entfiele). Deswegen hält Verfasser auch am Ausdruck Entwicklungshemmung fest, der alle Entwicklungsphasen betreffe. Man wird aber auch an den umgekehrten Weg denken müssen, daß die Enuresis die Kinder in die Resignation, Kontaktstörung und damit Entwicklungshemmung führe. Es wird hier der Vergleich mit der Pseudodebilität fehlerzogener Kinder gebracht. Hier spielt oft der Wunsch der Eltern eine Rolle, ihre Kinder noch möglichst lange auf kleinkindlicher Stufe zu halten. Es sei natürlich fraglich, wieweit sich eine psychische Entwicklungshemmung auch auf das Körperliche übertragen könne, doch sprächen amerikanische Experimente dafür.
Zuletzt geht Verfasser nochmals auf das Pro