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In ihrer zweifachen Tätigkeit als Leiterin der jugençl-psychiatrischen Untersuchungsstelle der Hamburger Gesundheitsbehörde und Oberärztin der kinderpsychiatrischen Station des Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-Langenhorn hatte Verfasserin die Möglichkeit, 50 ambulant untersuchte Bettnässer-Kinder mit einer gleichen Zahl stationär aufgenommener und psychotherapeutisch behandelter Enuretiker katamnestisch zu vergleichen. Die relativ kleine Zahl von je 50 Fällen bewies in ihrer Struktur wie in den Behandlungsergebnissen eine weitgehende Übereinstimmung mit etwa 2000 ambulant beratenen und 500 klinisch behandelten Bettnässern in den letzten 8 Jahren. Angaben der Eltern, Hausbesuche, Schulberichte, Krankengeschichten und Fürsorgeakten wurden verwertet und durch die körperliche und psychische Untersuchung des Kindes, einschließlich psychologischer Testmethoden (Binet, Bühler-Hetzer, Scenotest, Wartegg, Rorschach, Schrift- und Malproben) ergänzt. Die klinische Behandlung bestand neben der Erziehungsberatung der Eltern und dem Versuch sozialer Korrekturen in der Analyse und Spieltherapie des Kindes, autogenem Training, Heilgymnastik und allgemeinärztlichen Maßnahmen, wie Liegekuren, Höhensonne, Diät u. a. m.
Es fand sich Bettnässen in der Familie bei 56% (ambul.) bzw. 78% (stat.). Wenn allerdings im folgenden Verfasserin unter den Elternpersönlichkeiten nur Unauffällige und Psychopathen im Sinne Kurt Schneiders unterscheidet, so glauben wir, daß eine differenzierte Aufgliederung der mütterlichen Verhaltensweisen, wie sie uns Kemper vermittelt, für die Beurteilung der Versuchungsund Versagungssituationen im Kleinkindalter bessere Dienste erweist (siehe auch Wendts Arbeit). So möchten wir auch in dem Verhalten der Bettnässerkinder, die schon als Säuglinge motorisch unruhig waren, einen Ausdruck früher Störung des Mutter-Kind-Verhältnisses erblicken. Ein Drittel der Kinder wiesen weitere neurotische Störungen auf, während Verfasser den Tiefschlaf nicht häufiger als bei gesunde