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In einer letzten und unvollendeten Arbeit des Jahres 1938: „Abriß der Psychoanalyse“39, sagt Freud nochmals: „Das Ich ist durch den inneren Konflikt geschwächt, wir müssen ihm zu Hilfe kommen … Der analytische Arzt und das geschwächte Ich des Kranken sollen, an die reale Außenwelt angelehnt, eine Partei bilden gegen die Feinde, die Triebansprüche des Es und die Gewissensansprüche des Überichs.“ Daraus geht hervor: Wir haben in dem psychotherapeutischen Geschehen als Arzt nicht nur das Ich des Kranken zu stärken, sondern auch die Härte des Überichs zu mildern. Dies ist die „Funktion“ des Arztes, dies ist die „Funktion“ des Gewissens, die der Arzt übernimmt.
Daß auch die Kinderärzte sich zunehmend für psychotherapeutische Fragen interessieren, ergab die diesjährige Tagung der Kinderärzte in Bayreuth, die einen großen Teil ihrer Referate kinderpsychologischen Themen widmete. Während sich vor 2 Jahren auf dem Kinderärztekongreß in Lübeck die Behandlung psychotherapeutischer Probleme noch im wesentlichen auf Vorträge führender Autoritäten der Nachbardisziplinen, insbesondere der Kinderpsychiatrie (Villinger, von Stocken, Asperger) beschränkte, zeigten dieses Mal eigene Arbeiten aus verschiedenen Kinderkliniken, daß die Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren und der Kinderarzt die Notwendigkeit eigener psychotherapeutischer Bemühungen erkannt hat.
Der 3. Kongreßtag stand unter dem Rahmenthema „Scenotest“ und wurde durch einen Vortrag von Frau von Staabs eingeleitet. Sie wies nachdrücklich darauf hin, daß die Grenzen dieses Tests beachtet werden müssen, d. h. daß er nicht überfordert werden darf. Es kann mit ihm sowohl die tatsächliche als auch eine gewünschte Welt, bewußt oder unbewußt, zum Ausdruck kommen. Es wird damit aber nur der Hintergrund der jeweiligen Störung, nicht jedoch die Krankheit selbst aufgedeckt. Ref. bedeutete, wie wichtig beim Testspiel die Atmosphäre der Geborgenheit des Kindes sei. Sie zeigte neue Möglichkeiten der Testanwendung im Gruppenspie