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Ein 50jähriger Mann wird an die Innere Klinik überwiesen, weil er an Symptomrückfällen nach einer Strumektomie leidet, die durchgeführt wurde, um eine lebensgefährliche Hyperthyreose zu bekämpfen. Man hat den Eindruck, daß psychogene Spannungen in diesem Syndrom eine Rolle spielen könnten.
Ein erster Blick auf die Lebensgeschichte des Kranken gibt keinen Hinweis für seinen Fall. Als einziges Kind ist er in einem harmonischen Milieu aufgewachsen. Sein Leben scheint keine bedeutenden Konflikte aufzuweisen. Er ist verheiratet, Vater eines Kindes, die Ehe ist in jeder Hinsicht befriedigend. Der Kranke war immer sportlich, bis seine Krankheit ihm die Ausübung von Sport unmöglich machte. Aber eine neue Überprüfung seines Lebens, bei der diesmal tiefer gegangen wurde, zeigt, daß er versucht hat, eine sehr wichtige Periode voller emotionaler Spannungen stillschweigend zu übergehen. Seit Beginn der deutschen Okkupation hatte er eine aktive Rolle in der Widerstandsbewegung gespielt und an Sabotageakten und Angriffen teilgenommen, sie manches Mal selbst geleitet. Während mehrerer Jahre hat er so in einem Zustand konstanter Spannung gelebt, ohne jemals zu versagen. Es ist interessant zu beobachten, daß er bis zum Ende die strikte Disziplin, der er sich unterworfen hatte, aufrechterhalten hat. Während der ganzen Dauer des Krieges war er in vorzüglichem körperlichem Zustand, rauchte wenig, trank wenig, hatte keine kleinen sexuellen Abenteuer, bereitete alle seine Missionen auf das systematischste und mit aller nur möglichen Sorgfalt vor. Alles, was er aus dieser Periode, übrigens mit großer Bescheidenheit, erzählt, spricht von der Sorge für seine Mitarbeiter und dem Gefühl einer starken Verantwortung für sie. Er macht eine spontane Bemerkung, wonach die einzige Art, diese Zeit durchzustehen und seine Aufgabe zu erfüllen, die gewesen sei, das Ganze als Sport aufzufassen, wie etwa die Indianerspiele seiner Kindheit. Und er fügt hinzu: „Wenn man darüber nachgedacht hätte, was man tat