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Vom 13. bis 15. September 1952 fand in Bern der II. Internationale Rorschachkongreß statt. Nach einem vorläufigen Zusammenschluß bei der I. Tagung in Zürich 1949 wurde am ersten Tag die Internationale Gesellschaft für Rorschachforschung und andere projektive Methoden gegründet. Dr. W. Morgenthaler zeigte in seiner Eröffnungsansprache treffend Zweck und Ziel der Gesellschaft und der bereits gegründeten Zeitschrift „Rorschachiana“ auf. Die Rorschachmethode und neben ihr auch andere projektive Methoden der Persönlichkeitsforschung sollen gepflegt und gefördert werden. „Die Hauptsache dabei ist gar nicht, welche Methode man pflegt und anwendet, sondern daß man sie gründlich kennt und gewissenhaft damit arbeitet.
Zweitens muß man sich immer vor Augen halten, daß auch die gründlichste Methode immer nur einen — meist den kleineren — Teil der Persönlichkeit erfaßt. Alle Methoden sind Pfaden, die durch einen unergründlichen Urwald gehauen werden, oder Flugzeugaufnahmen zu vergleichen.
Drittens muß man bei den Methoden der Persönlichkeitsforschung immer wieder die richtige Mitte einzuhalten versuchen zwischen einer wissenschaftlich allzu strengen Verengung und Komplizierung, die der Handhabung der Methode Eintrag tut — ja, sie direkt erdrosseln kann — einerseits und einer Popularisierung und Verflachung andererseits.
Viertens ist etwas vom Wichtigsten die Zusammenarbeit — und zwar nicht nur zwischen den verschiedenen Richtungen innerhalb der Rorschachmethode, sondern auch zwischen den verschiedenen Methoden der Persönlichkeitsforschung. Nur so wird eine wirklich fruchtbare Ergänzung und gegenseitige Förderung zustande kommen können.“
Aus der Fülle der Referate kann nur einiges herausgegriffen werden, was von allgemeinem Interesse ist. Jeder, der mehr wissen möchte, sei auf die Rorschachiana hingewiesen.
Kuhn, Münsterlingen, sprach an Hand eines Materials von 10 000 Fällen über „grundlegende statistische und psychologische Aspekte des Rorschach“