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Der eine Autor dieses Buches, der gebürtige Schweizer Ruesch, ist Psychiater, der andere ein Anthropologe. Es handelt sich um elf Aufsätze, die zum Teil nur lose durch das übergreifende Thema: die Erhellung der Kommunikation als Medium (oder Matrix) gegenseitigen menschlichen Verstehens und Aufeinanderwirkens zusammengehalten werden. Die Erörterungen stützen sich auf zahlreiche Interviews mit Psychiatern der verschiedensten Richtungen, auf sorgfältige Registrierungen psychoanalytischer Sitzungen, auf Beobachtungen des amerikanischen Kulturhintergrundes und auf die Verwertung umfangreicher Literatur.
Inhaltlich läßt sich das Buch in zwei Teile gliedern. Ein Teil dient der deskriptiven Erhellung des amerikanischen Kulturhintergrundes, des allgemeinen Rahmens, an dem sich die Werterlebnisse des einzelnen Nordamerikaners, seine Erwartungen für das, was sich gehört und nicht gehört, orientieren. Im anderen Teil geht es wesentlich um die abstrakte Erörterung grundsätzlicher erkenntnistheoretischer Fragen.
Zur Veranschaulichung des amerikanischen Kulturhintergrundes dienen Ruesch nicht — wie etwa Margaret Mead und anderen Anthropologen — primitive Kulturen als Vergleichsoasis, sondern die komplizierten Verhältnisse Europas, insbesondere der Schweiz. Das macht ihn scharfsichtig für die Besonderheiten amerikanischen Verhaltens, die den Europäer frappieren. Es ist jene Mischung von puritanischem Moralismus und pragmatischem Planungsoptimismus, von Geselligkeitsstreben und Konformitätszwang, von Erfolgsverherrlichung und eifersüchtiger Wahrung der eigenen Rechte, von Veränderungssucht und vorbehaltloser Hilfsbereitschaft, von vielen anderen Zügen, die nicht einem „angeborenen“ amerikanischen Charakter, sondern der Macht der kulturell verankerten Wertsetzungen zuzuschreiben sind. Ohne diese Wertsetzungen lassen sich auch die Besonderheiten des psychiatrischen Denkens in Amerika nicht verstehen. Ruesch hebt die Voreingenommenheit der amerikanischen Wissenschaftler für das unmittel