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Der bekannte Berliner Anatom hat seit 1911 in zahlreichen Arbeiten auf Grund seiner Versuche an den verschiedensten Tierarten und seiner Beobachtungen am Menschen gezeigt, daß die Tätigkeit der Keimdrüsen in hohem Maße durch das Nervensystem beeinflußt wird. Im vorliegenden Buch faßt er in übersichtlicher Form die wichtigsten Ergebnisse seiner Untersuchungen am Menschen zusammen und bringt dazu eine schöne Auswahl an anatomischen Präparaten.
Der Einfluß des Nervensystems auf Bau und Tätigkeit der Geschlechtsorgane zeigt sich im Experiment, wenn z. B. Hühner unter Bedingungen gehalten werden, die bei ihnen das Gefühl des Unbehagens und der Angst erzeugen. Man kann dann im histologischen Präparat an den Eierstöcken stattgehabte Rückbildungsvorgänge beobachten. Auch langanhaltende Mangelernährung kann die Keimdrüsentätigkeit erheblich herabsetzen, wenn die nötigen Vitamine fehlen. Die heute erheblich verbreiteten Störungen der sexuellen Potenz gehen, wie Ref. gezeigt hat, mit einem charakteristischen Tokopherolmangel einher, ein Befund, der die Stieveschen Beobachtungen chemisch-physiologisch bestätigt.
Im Leben des Menschen spielen die verschiedensten psychischen Erregungen