You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In einem kurzen Lebens- und Persönlichkeitsabriß gibt Günther Stern-Anders ein Bild seines Vaters William Stern, der — ein „glücklicher Mensch“, glücklich „im Sinne eines gutgeratenen Lebens“ — in der Ausformung des Begriffs „Person“ die Tatsache des Psychischen philosophisch interpretiert hat. Die wesentliche Leistung William Sterns sieht Ernst Cassirer in seinem Beitrag darin, daß er mit seiner Idee der „Person“ — die er für den „festen Ankergrund der Realität“ hält und die allein in ihrer Totalität das Psychische begreifen kann und dann ohne Vergewaltigung des Empirischen die Einzelerfahrungen erfaßt und einordnet — die Psychologie aus dem Positivismus des 19. Jahrhunderts und über einen Voluntarismus hinaus wieder zu einer der philosophischen Grundwissenschaften erhoben hat.
Nach Stern ist Psychologie „die Wissenschaft von der erlebenden und erlebnisfähigen Person“; dabei wird das Erleben „bezogen auf seinen Träger, die sinnhaltige, einheitliche, lebendige Person“. Im ersten Hauptteil der Allgemeinen Psychologie wird der Grundriß gegeben mit dem wichtigsten Kapitel der personalistischen Grundlegung der Psychologie, während in den 5 anderen Hauptteilen die einzelnen Sondergebiete behandelt werden: Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Phantasie, Streben, Handeln, Leisten und Gefühl.
Nach Besprechung und Kritik der bisherigen Verfahrensweisen der Psychologie und Aufzeigung ihrer Gefahren, und nachdem der Elementenpsychologie die „Ganzheitspsychologie“ gegenübergestellt worden ist — denn alles Seelische ist Ganzheit oder gehört zu einer Ganzheit mit Gliedern, d. h. „unselbständigen Momenten“ innerhalb der Ganzheit —, werden als methodische Forderungen aufgestellt: Die Psychologie muß stets den korrelativen Zusammenhang von Moment und Ganzheit, Abhebung und Einbettung, Analyse und Ganzheitsbezug wahren.
Verstehen heißt: die Sinnhaftigkeit von Zusammenhängen sehen durch Erfassung des „Ineinander“ ihres „organisch-naturalen und geistig-kulturellen Sinnbezuges“. Deuten i