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Musikpsychologie stellt eine Verbindung her zwischen der Musikwissenschaft, Physik und Physiologie auf der einen und der Psychologie und Ästhetik auf der anderen Seite. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit psychologisch erforschbaren musikästhetischen Problemen, wobei das Hauptgewicht auf dem musikalischen Erlebnis und auf der psychologischen Tiefenwirkung der Musik liegen sollte. Révész wurde, wie er in seinem Vorwort zugibt, bei der Ausarbeitung seiner Einführung in die Musikpsychologie durch ein praktisches Ziel bestimmt. Er wollte offenbar lediglich Musiker, Musikologen, Studenten, Schüler der Konservatorien und Musikliebhaber in die wichtigsten Fragen der Ton- und Musikpsychologie einführen. So ist es auch zu verstehen, daß für den Tiefenpsychologen eigentlich nur ein kleiner Teil, nämlich der letzte Abschnitt, von besonderem Interesse ist, da der Verfasser hier die Beziehungen zwischen der Musikpsychologie und der Ästhetik erörtert. Jede ästhetische Theorie, so betont Révész, müsse von der Erlebnispsychologie ausgehen, denn keine noch so tiefe Metaphysik, keine philosophisch noch so vortrefflich begründete Ästhetik könne das musikalische Erlebnis ohne psychologische Gesichtspunkte behandeln.
Jeder psychologische Standpunkt in der Ästhetik führt von vornherein zu der bedeutsamen Frage, ob die Musik das Ziel verfolge, reale Gefühle darzustellen und zu erwecken, oder ob es sich um autonom musikalische Inhalte bzw. Ideen handele, die erst durch das tönende Material ihren sinnlich wahrnehmbaren Ausdruck finden.
Würde sich die Musik darauf beschränken, gewisse Stimmungen, Gefühle, Affekte hervorzurufen, würde ihr auf diese Weise keine Autonomie, kein eigener Wirkungsbereich eigen sein. Sie könnte dann nur wie so viele andere sinnliche Reize als Mittel der Gefühlserzeugung gelten. Damit wäre aber die Musik aus dem ästhetischen Bereich entrückt und in die Sphäre der alltäglichen Gefühlserlebnisse gebracht. Wäre also das Gefühl so wesentlich, so meint Révész, so müßt