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Der Philosoph Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew wurde 1874 in Kiew geboren. Nach der Revolution verließ er Rußland, obwohl er in seiner Jugend ausgesprochen sozialistisch gedacht hatte. Da seinem Wesen weder der orthodoxe Marxismus mit seiner materialistischen Geschichtsauffassung und Dialektik noch die kommunistische Praxis der Sowjetregierung entsprach, zog es ihn in den Westen, wo er zunächst in Prag und
späterhin in Paris lebte, dort ist er 1948 gestorben. Berdjajews Philosophie ging, wenn man die ungefähre Tendenz andeuten will, vom Neukantianismus Simmels aus, näherte sich zeitenweise dem deutschen Idealismus, um schließlich im modernen (christlichen) Existentialismus seine wesentlichste Form zu finden, allerdings nicht ohne sich mit den führenden Geistern dieser Richtung kritisch auseinanderzusetzen. Seine Werke zeichnen sich durch große Klarheit, Genauigkeit und Einfachheit aus, die sie nicht nur dem ausgebildeten „Fachmann“, sondern auch dem philosophisch interessierten Laien ohne weiteres zugänglich machen.
Berdjajews Darstellungskunst manifestiert sich meisterhaft in dem jetzt vorliegenden, 1933 schon entstandenen Buch „Das Ich und die Welt der Objekte“, das den bezeichnenden und interpretierenden Untertitel „Versuch einer Philosophie der Einsamkeit und Gemeinschaft“ trägt. Aus dem Russischen im Slawischen Seminar der Universität Göttingen übersetzt, ist es soeben im Holle Verlag, Darmstadt, erschienen. Hier hat der Autor in fünf Betrachtungen das zentrale Thema seines Denkens behandelt, das mit den folgenden Zitaten näher umschrieben sei:
„Die Grundidee meines Lebens ist die Idee vom Menschen, von seinem Bilde, von seiner schöpferischen Freiheit und seiner schöpferischen Prädestination.“ … „Jetzt ist es an der Zeit, den Menschen zu entdecken und zu rehabilitieren, und zwar nicht mehr als Teil der Natur und der objektivierten Welt, sondern als ein Sein an sich, außerhalb der objektivierten und gegenständlichen Welt, in seinem inneren Existieren.“ … „An de