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Eine lange und recht komplizierte „Vergangenheit“ in den Philosophien und Theologien haben die Fragen, die heute der modernen Psychologie zugeordnet sind. Der Ausgang des Kompetenzstreites über die Zuständigkeit für die Deutung seelischer Phänomene liegt nur wenige Jahre hinter uns. Noch Kant erklärte für die Beurteilung seelischer Störungen nicht den Arzt, sondern den Philosophen für zuständig. Die Theologie wurde von den Wissenschaften verdrängt. Die Wissenschaften emanzipierten sich und wurden autonom. Mehr und mehr dispensierte sich die Wissenschaft von der Philosophie. Bald war die Relevanz der Philosophie auch als Methodologie aus dem Bewußtsein der Wissenschaft herausgefallen. Es resultierte jene „Wissenschaftlichkeit“, die in einer ontologischen Abseitigkeit vom Menschen weste. Den meisten Psychologien ermangelte es eines philosophischen Fundamentes. Viele Psychologien krankten an der mangelhaften Exaktheit ihrer Theorien, weil sie in der Nähe dürftiger Philosophien wohnten. Ja, man distanzierte sich immer mehr von der Notwendigkeit von Theorien und floh — ohne Theorie — in die Aktion, die dann voller methodischer Irrtümer war.
Sganzini bringt die Psychologie in einen ganz nahen und systematischen Zusammenhang mit der Philosophie. Er holt quasi etwas nach, was mehr als 50 Jahre verabsäumt wurde (um von Dilthey zu schweigen). Sganzini ringt um eine Standortbestimmung der Psychologie. Er betont die Notwendigkeit „wirklicher“ Theorien. „Man vergißt zumeist, daß echte Theorie Sache höchster erkenntnismäßiger und auch sittlicher Anstrengung ist (ein unendlich hohes Ideal), das dem Menschen nur selten zu erreichen möglich ist.“
Beim Lesen dieses interessanten und weisheitsvollen Buches ist es oft schwer zu entscheiden, ob Sganzini gerade von philosophischen oder von psychologischen Fakten spricht. Es ist ganz sicher, daß Sganzinis Philosophie, „die fundamentale Strukturtheorie“, tatsächlich „so lebennächste und ursprünglichste“ Problematik ist, daß zuletzt überhaupt