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„Mit Worten läßt sich's trefflich streiten,
Mit Worten ein System bereiten …“
(Goethe, Faust I — Mephisto z. Schüler)
1918 hatte Freud in einer Arbeit „Über Trauer und Melancholie“ gezeigt, daß selbst die bisher so rätselhafte, weil dem Lustprinzip anscheinend völlig widersprechende Selbstmordneigung der Melancholiker sich unschwer durch die Annahme erklären lasse, daß der Suizidant übermächtige, aber zur Ohnmacht verurteilte sadistische Antriebe infolge des durch sie verursachten Schuldgefühls auf sein eigenes Ich zurückwende.
Mit dieser Arbeit hatte er einer seiner großartigsten Leistungeń, dem systematischen Aufbau seiner biologischen Trieblehre, nach zwanzigjähriger, mühsamer Arbeit den Schlußstein eingefügt. Die psychoanalytische Trieblehre schien nun als ein in sich geschlossenes System nach allen Seiten so fest begründet, daß man annehmen durfte, sie würde in der Zukunft zwar wohl noch allerlei Ergänzungen erfahren, aber kaum mehr grundsätzliche Änderungen erleiden.
Kaum zwei Jahre später aber (1920) übergab Freud der Welt unter dem Titel „Jenseits des Lustprinzips“ eine der tiefgründigsten Abhandlungen, die er je geschrieben hat. Sie scheint anfänglich unter den Analytikern eine, wahre Schockwirkung ausgelöst zu haben; jedenfalls wurde sie von einem Teil der Schüler Freuds zunächst mit Befremden aufgenommen, von manchen