You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Referat eines Sonderheftes der „Revue Française de Psychanalyse“, Tome XVI, Janvier-Juin 1952, Numéros 1-2, Presses Universitaires de France, Paris.
Die „XIVe Conférence des Psychanalystes de Langue française“ in Paris am 1. November 1951, über die dieses Heft berichtet, war dem Thema „Übertragung“ gewidmet. An erster Stelle stand das ausführliche Referat von Daniel Lagache über „Das Problem der Übertragung“. Es gliedert sich in zwei Teile. Im ersten gibt Lagache einen Überblick über die Geschichte der Theorie der Übertragung; im 2. Teil arbeitet er scharfsinnig die Elemente der Theorie der Übertragung heraus. Die Klinik und Technik der Übertragung erscheinen nur, soweit sie zur Erörterung der Theorie notwendig sind.
Zum ersten Teil des Referates Lagache:
1. Die kathartische Methode Breuers und die kathartische Symptomanalyse Freuds basieren beide auf der Wiederholung eines früheren Erlebens des Patienten. Doch blieb Freud vorbehalten, die Verbindung dieser Wiederholung mit der Beziehung Patient-Arzt zu entdecken. Breuer sah in dem intensiven Gefühlsrapport des Kranken nur eine unliebsame Störung. Das bewundernswerte Kapitel IV der „Studien über Hysterie“ : „Psychotherapie der Hysterie“ zeigt dem Leser, wie das Genie Freuds diese Schwierigkeiten in ein technisches Instrument umwandelte. Die Psychoanalyse ist sozusagen aus dem Widerstand und dem negativen Effekt der Übertragung geboren. Die Tragweite der Entdeckung Freuds, seine erste Einsicht in die Übertragung als einen Verteidigungsmechanismus gegen einen peinlichen Affekt und verworfenen Impuls ist erst viel später gewürdigt worden.
2. In der Anfangsperiode der Psychoanalyse 1895-1910 ist vor allem das undatierte Nachwort Freuds zum Fall „Dora“ für die Entwicklung des Begriffs der Übertragung aufschlußreich. Der Fall Dora wurde 1899-1900 behandelt und niedergeschrieben und 1905 veröffentlicht. Freud wiederholt die schon in den „Studien über Hysterie“ ausgedrückten Gedanken, geht aber über sie hinaus, indem er die Lö