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Der bekannte Charakterforscher stellt sich, wie er in der Einleitung darlegt, die Aufgabe, die oft beklagte Vieldeutigkeit der üblichen Begriffe Vitalität, Willenskraft, Gefühl etc. unter dem Prinzip der Polarität zu erfassen. Damit ist die Tatsache gemeint, daß die sog. Bereiche oder „Schichten“ der Charakterstruktur jeweils nach zwei grundverschiedenen Seiten hin ausgeformt sind oder sein können, die sich in typischer Weise als Gegenpole gegenüberstehen, und daß dementsprechend die „Charaktereigenschaften“ polar differenziert zu denken sind. Der Vf. stützt sich dabei auf die genetische Ganzheitspsychologie oder Strukturpsychologie seines Lehrers Felix Krueger, insbesondere auf den Begriff der „personalen Struktur“ als des „Kerns“ im Gegensatz zum „Mantel“ der Begabungen. Polare Gegensätze sind nicht bloße Gegensätze, sondern auch für- und durcheinander gefordert, aufeinander verwiesen; sie sind nicht kontradiktorische (ausschließende), sondern korrelative (zusammengehörige) Gegensätze, die in der Psychologie und Charakterologie dem typologischen Denkansatz (Typus und Gegentypus) zugrunde liegen. „Typisieren heißt polarisieren: Pole bilden und auf diese Pole hin ordnen.“ — Im Sinne einer Charakterkunde