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Dieses Buch füllt eine Lücke in der wissenschaftlichen Erfassung unmittelbarer Folgeerscheinungen von Angst- und Schreckerlebnissen im Krieg. In den ersten Monaten nach Kriegsende hat Verf. 95 Personen, die schweren Luftangriffen ausgesetzt waren, untersucht und deren Erlebnisberichte gesammelt. Diese Protokolle bilden als ausgezeichnete Kasuistik beweisendes Material, daß die unmittelbaren Folgeerscheinungen der Angst- und Schreckerlebnisse während der Luftangriffe bis zum Zeitpunkt der Untersuchung wieder abgeklungen waren. Nur eine der untersuchten Personen litt noch an einem Gesichtstic als persönlichkeitsbedingter psychogener Verarbeitung der Erlebnisse (Abnorme Erlebnisreaktion K. Schneiders).
Eine ausgezeichnete phänomenologische Studie über Angst, Schrecken, Grauen und Verzweiflung liefert die Grundlage zur Deskription der verschiedenen körperlichen und seelischen Verhaltensweisen während der Luftangriffe. Unter „den vegetativen Komponenten der Angstreaktion“ rangieren an erster Stelle kardiale und vasomotorische Beschwerden (bei 40 Untersuchten). In gesondertem Kapitel werden weiter „Tremor und Tonusverlust“, „das Bewußtsein in der Angst“, „die Baelzsche Emotionslähmung“, „Trieb und Instinktregungen in der Angst“, „Suggestivphänomene in der Angst“, „Veränderungen des Zeiterlebens in der Angst“ abgehandelt. Diese unvollkommene Inhaltsangabe gibt einen Hinweis auf Umfang und Gründlichkeit der Arbeit, die für den sozial-medizinisch interessierten Arzt aus verschiedenen Gründen unentbehrlich ist. Die Untersuchungen bringen, nach Material aus eigenen Erfahrungen als Wehrmachtspsychiater, unter Verarbeitung des Materials der Psychiatrischen Klinik Bonn und im Vergleich mit anderen großen Kliniken, den Beweis, daß abnorme Erlebnisreaktionen persönlichkeitsbedingt und nicht unmittelbare „organische“ Folgen eines Traumas sind. Das sozial-medizinisch interessante Phänomen, daß psychogene Reaktionen in diesem Krieg so viel seltener waren als im ersten Weltkrieg, dafür