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Der Greifswalder Internist, früherer Schüler und Mitarbeiter von Bergmanns und einem weiteren Kreis durch seine Diabetes-Forschung bekannt, hat in dieser Schrift das Leib-Seele-Problem aus seinem eigenen Erleben — „gewissermaßen historisch“ — dargestellt.
Das Ergebnis ist eine allgemein verständliche Psychophysik der funktionellen Pathologie mit einigen kasuistischen Skizzen. Obwohl von den Bedingungen gesprochen wird, die das Funktionieren der bedingten Reflexe voraussetzen, wird erst im Schlußabsatz — und hier unverständlich begrenzend — von dem biologischen Funktionsbegriff der wirkenden gestaltenden Tätigkeit gesprochen.
Diese Begrenzung wäre hinsichtlich der medizinischen Biographie des Autors verstehbar, aber in der gegenwärtigen Situation und für eine evangelische Akademie im Jahre 1951 erscheint eine präzisere Aussage über das Sein, als „der kämpfenden notvollen Existenz“ in bezug zum Kranksein und der Stellung des Arztes gegeben. Diese Begrenzung geht mit einer Therapie konform, die das Bewußtmachen der Konfliktzusammenhänge nicht selten durch eine Art Situationstherapie überflüssig erscheinen lassen möchte. Zum letzteren gehört jedoch einerseits ein besonderes Geschick, einfacher wohl: eine erhebliche Autorität des Arztes. Andererseits werden die Fragen des Nachher, die Freud auf Grund seiner Erfahrungen mit der Hypnosetechnik und Katharsis machte (die Gefahr der Symptomverschiebung und die Abnahme der Entscheidung) nicht als Problem diskutiert. Eben hier beginnt unseres Erachtens aber ein sinnvolles und so notwendiges Gespräch zwischen der Theologie und Medizin.