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Die Art und Weise, wie man über den Stoff eines solchen Buches disponiert, ist aus ähnlichen Publikationen beachtenswerter Fachleute als Muster gegeben. Der Verfasser skizziert zuerst die „Wege zur Menschenkenntnis“ mit verschiedenen, einander ergänzenden Methoden, geht dann auf die „Allgemeine Ursachenlehre“ und hierauf auf die „Allgemeine Symptomatologie“ über. Im darauffolgenden „Speziellen Teil“ behandelt er die organischen und funktionellen Störungen, erörtert die Einzelsymptome und gelangt schließlich zur „Pädagogischen Therapie“, welcher knapp dreieinhalb Seiten gewidmet sind. Eine Sammlung medizinischer Fachausdrücke, die lexikonartig verdeutscht oder umschrieben werden, ist angefügt.
Obwohl man der ganzen Arbeit vom Anfang bis zum Ende wohl anmerkt, sie sei von einem Arzte verfaßt, ist seine Stellungnahme zum Problem der Heilpädagogik keine einseitig medizinische. Die Weite und Großzügigkeit der Betrachtungsweise ist erfreulich. „Mit der Entwicklung der Heilpädagogik ging es etwas anders als mit anderen Wissenschaftsgebieten, die sich durch Spezialisierung von einzelnen ‚Mutterwissenschaften‘ abspalten, wie etwa die Kinderheilkunde von der Inneren Medizin. Hier sind es vielmehr fünf Wissenschaften, welche die Quellenströme der heilpädagogischen Lehre bilden: zwei ärztliche Sondergebiete, die Psychiatrie und die Kinderheilkunde, die Psychologie, die Sozialwissenschaft und die Pädagogik. Dadurch kommt es auch, daß die Heilpädagogik oft von Menschen, die von verschiedenen dieser ‚Quellwissenschaften‘ herkommen, als ihre eigene Domäne in Anspruch genommen wird und daß diese Menschen ihre Position im Streit gegen die andere zu verteidigen trachten. Wir glauben, daß ein solcher Streit die Situation verkennt. Keine der oben angeführten Wissenschaften erschöpft das Wesen der Heilpädagogik vollständig. Diese gehört also weder der Psychiatrie noch der Pädagogik noch der