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Auf knapp 50 Seiten gelingt es der Stuttgarter Kinderpsychotherapeutin, ein leicht faßliches und lebendig geschriebenes Kompendium der Kindererziehung zu geben. Ausgehend von der grundlegenden Erfahrung, daß die meisten Schwierigkeiten der Kinder nicht aus sich selbst heraus entstehen, sondern Antworten sind auf Fehler in der Behandlung durch die Erzieher, werden mit einer Reihe plastischer Beispiele die wichtigsten Gefahrenzonen, in denen die Kinder in ihrer Entwicklung gestört werden können, gekennzeichnet.
Die Verfasserin hält das Bestehen eines elterlichen Wunschbildes für die Entwicklung der Kinder zwar für notwendig und wichtig („Alle Erziehung setzt ein Bild voraus, nach dem der Erzieher das Kind ‚bilden‘ will, nach dem das Kind sich innerlich richten soll.“), findet aber, daß dieses Wunschbild, je mehr es von eigenen Idealen, Enttäuschungen, Erwartungen der Eltern gefärbt ist, desto weniger der Eigenart des Kindes gerecht zu werden vermag. So überdeckt nur allzuoft der (neurotische) Wunsch der Eltern die (gesunde) Wirklichkeit des Kindes. Angefangen von der häufigen Enttäuschung über das Geschlecht der Neugeborenen, wird das Kind durch Erwartungen und Forderungen solcher Eltern dauernd vergewaltigt und in seiner Wirklichkeit nicht wahrgenommen. Die Verfasserin findet hier lebendige Formulierungen, die sie als Kapitelüberschriften verwendet: „Ganz wie der Vater!“, „Mein Kind ist das schönste“, „Ein guter Schüler muß er sein!“, „Sieh, wie der Bruder es macht!“, „Gerade so ungeschickt wie die Mutter!“, „Mein Sohn soll es besser haben als ich.“ So wird der Grund zu den mannigfachen Störungen gelegt. Denn, „da für das Kind die unbedingte Bejahung durch die Eltern, zumal in den ersten Lebensjahren, lebensnotwendig ist, bemüht es sich, ihren Wünschen, den bewußten und unbewußten, nach Möglichkeit zu entsprechen, um ihre Liebe nicht zu verlieren.“
Wir sind versucht, den Leitsatz der Verf.: „Lerne dein Kind sehen, wie es ist! Liebe zur Wirklichkeit ist der Anfang aller