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Nach der Veröffentlichung der Tagebücher Kafkas war man auf die seiner Briefe gespannt. Selbstzeugnisse wieder, — und doch muß man sich der fundamentalen Andersartigkeit bewußt sein, die eine Briefseite von einem Tagebuchblatt unterscheidet. Das Tagebuch ermangelt des Adressaten. Die einsame Auseinandersetzung des Schreibers mit dem, was ihn bedrängt und matt zu setzen droht, spielt sich darin ab. Charakteristisch für Kafkas „Quarthefte“ ist der unmerkliche Übergang zum vollendeten Werk, das befreit, „einem den Fuß vom Erlebnis löst“1, aber auch dem Leser gegenüber sich oft genug verschließt. In späteren Tagebucheintragungen Kafkas die bloß stichwortartige Notiz: dem Schreiber genügte sie.
Anders der Brief. Eben aus der Spätzeit der Krankheit, in der uns das Tagebuch die biographischen Auskünfte mehr und mehr versagt, rührt diese Sammlung von Briefen, die alle an die eine schmerzhaft geliebte Frau gerichtet sind. Aber gerade wegen dieser Richtung — alles