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Halliday ist in der angelsächsischen psychosomatischen Literatur kein Unbekannter. Diese Publikation wendet sich aber an einen größeren Leserkreis, an den gebildeten, interessierten und aufgeschlossenen Menschen der Gegenwart. Es gibt zwar eine ziemlich umfangreiche psychoanalytische Literatur über bedeutende Menschen der Vergangenheit. Aber sie ist oft mit Recht kritisiert worden, weil sie allzu häufig eine Art „Vatermord“ darstellt und in der Absicht, ein Ichideal abzubauen, sich anmaßte, das Geniale eines Menschen tiefenpsychologisch zu erklären, was dann meistens das unbedeutende Format des jeweiligen Verfassers recht peinlich offenbar machte. Man nimmt daher auch diese psychosomatische Studie über das Leben des großen englischen Schriftstellers mit gemischten Gefühlen zur Hand, um jedoch schon im Vorwort beglückt festzustellen, mit welch menschlicher Wärme (in der Form des so liebenswerten angelsächsischen Humors) H. sein Vorhaben beginnt, wie er die innere und äußere Lebens- und Krankengeschichte seines „Patienten“, der viele Jahre an funktionellen Magen- und Verdauungsstörungen litt, darstellt, ohne in banale psychologische Erklärungen abzugleiten oder indiskret zu werden. Vielmehr ergibt sich der gelungene Versuch, am Beispiel eines bedeutenden Menschen die wirksamen, im wesentlichen unbewußten Kräfte darzustellen und ihre Äußerungen im Leiblichen zu verdeutlichen. — Den Eindruck, hier etwas wie einen modernen „Erziehungsroman“ (hinsichtlich der Tiefenpsychologie und psychosomatischen Medizin) vor sich zu haben, bestätigt Verfasser im Schlußkapitel insofern, als er von der Notwendigkeit spricht, in unserm „analen Zeitalter“ mit seinen Helotenstaaten und sadistischen Phantasien die emotionale Entwicklung (Reifung) des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen, statt diese Dinge durch zentrale Lenkung bessern zu wollen. — Dieses Buch kann zwar kein Rezept für ähnliche wünschenswerte Publikationen darstellen, aber es könnte eine gute A