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Der bei der Arbeitstagung der deutschen Gesellschaft für Tiefenpsychologie am 15. September 1951 gehaltene Vortrag erscheint hier in etwas verkürzter Form. Über die ungewöhnlich exakte Arbeit Bashs wurde seinerzeit in den Tagungsmitteilungen berichtet (PSYCHE 1951/52, 71). Erfreulicherweise ist nun das Original zugänglich. — Es ist das Anliegen des Verfassers, unter formalen Gesichtspunkten einen Beitrag zum Jungschen Lehrsatz der Komplementarität des Unbewußten und damit
des Traumes zum Bewußten zu leisten, — gleichsam als Nebenbefund einer experimentellen Untersuchung. In einer Dunkelkammer wurde gesunden Versuchspersonen die Tafel 9 des Rorschachschen Formdeuttestes 200mal vorgelegt (5 Sekunden hell, 15 Sekunden dunkel usw.). Dabei zeigte sich in signifikanter Weise ein Umschlag des Erlebnistypus gegenüber dem im vorher aufgenommenen üblichen Rorschach-Test, d. h. extravertierte Typen nach dem Normal-Rorschach zeigten in diesem sogenannten „Sättigungsversuch“ eine Einstellungsänderung zur Introversion hin und umgekehrt. — Die Zustände im „Sättigungsversuch“ können als traumartige bezeichnet werden und es darf daraus geschlossen werden, daß sich das Unbewußte und eine seiner Gestaltungen, der Traum, kompensatorisch zum Bewußten verhalten. Der aus der Inhaltsanalyse der Träume gewonnene Jungsche Lehrsatz von der Komplementarität erfährt durch diese formal-experimentelle Arbeit Bashs eine gewichtige Fundierung. — Zum Verständnis des Traumvorganges selbst, zur Strukturierung des Traumes, werden gestaltpsychologische Gesichtspunkte angeführt, — Die Arbeit ist ein wichtiger Beitrag zu der heute gegenüber den Inhaltsanalysen der Träume vernachlässigten formalen Betrachtung.