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Verfasser weist auf die große Bedeutung der Psychotherapie innerhalb der Inneren Klinik hin. Warum hat sie keinen festen Fuß in der Inneren Medizin fassen können? Erstens, weil die Vertreter der Psychotherapie zu sehr an tiefenpsychologische Lehrmeinungen gebunden waren, und zweitens, weil die Ärzte kein klares Bild vom Wesen der Neurose haben. Auf Grund der bekannten Statistiken, nach denen 1/2 bis 2/3 aller Patienten, die die ärztliche Sprechstunde aufsuchen, an funktionellen Beschwerden leiden (z. B. die zunehmende Zahl neurozirkulatorischer Störungen), oder aber das Beschwerdebild psychisch überlagert ist, stellt Verf. die Forderung nach vermehrter Anwendung psychotherapeutischer Methoden innerhalb des Heilplanes der inneren Medizin. Der Internist könne so die häufige Chronifizierung von Neurosen verhindern, bzw. auch den Übergang funktioneller Störungen in irreparable organische Schäden.
Das Wissen um die Funktion des Nervensystems — seine allumfassende Verzweigung — lasse tiefere Einblicke in den Entstehungsmechanismus von neurotischen Symptomen zu, wobei Verf. auf die wesentliche Bedeutung bedingter Reflexmechanismen und bedingter Reaktionen hinweist (Pawlow, Bykow). Organ, Umwelt und Erlebnisverarbeitung schaffen auf dem Wege bedingter Reflexmechanismen Organfunktionsstörungen. Durch eigene Untersuchungen konnte Verf. die Bedeutung eines locus minoris resistentiae nachweisen. Fünf kurz geschilderte Fälle sollen den Weg einer Symptomentstehung illustrieren — wir glauben dazu sagen zu dürfen, daß so simpel die Auseinandersetzung eines Menschen mit seiner Erlebniswelt im Ernst doch nicht aussieht.
Nach Pawlow entstehe Krankheit infolge Störung der Anpassung des Organismus an das Milieu, wobei veränderte Lebensbedingungen, veränderte Reaktionsfähigkeit des Organismus oder veränderte Funktion des Nervensystems ätiologische Faktoren darstellen. Verf. glaubt, daß bei dieser Betrachtungsweise sich die Entstehungsmechanismen organischer, funktioneller und psychischer