You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In diesem sehr interessanten Aufsatz versucht der Verfasser, die Vorpubertät der Jungen in ihrer Abhängigkeit von der Kulturkrise unserer Zeit zu zeigen. Leider fehlt noch eine entsprechende Beschäftigung mit der Vorpubertät der Mädchen, die sich in wesentlichen Zügen von der der Jungen zu unterscheiden scheint. Eine solche Untersuchung könnte auch die Stellung der Frau in ihrer Wechselbeziehung zur heutigen Kultur klären.
Bei den Flegeljahren handelt es sich um die Zeit zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr der Jungen. Ein volles Verständnis dieser Reifezeit wurde bisher durch die verschiedensten Vorurteile verhindert, so etwa: die widerspruchsvollen Verhaltensweisen dieses Lebensalters seien nur als Folge- bzw. Begleiterscheinungen der physiologischsexuellen Entwicklung anzusehen oder sie seien nur als Strukturwandlungen der eigengesetzlich sich entwickelnden Seele zu verstehen.
Eine methodologische Neuorientierung wurde schon 1930 von William Stern vollzogen, als er die Aufgabe seiner „Personwissenschaft dahingehend formulierte, daß sie die Konvergenz von Person und Welt als das Urfaktum des Lebens“ zu interpretieren habe, d. h. die aus Innen und Außen jeweils in einem schöpferischen Akt neu sich konstituierende „personale“ Welt stelle den Gegenstand wissenschaftlichen Bemühens dar. Über die methodologische Neuorientierung hinausgehend bemüht sich der Verfasser um eine philosophische Neubestimmung. Er sieht die Ursache unserer Kulturkrise darin, daß die „personalen Welten“ der einzelnen Menschen so weit auseinanderfallen, daß sie sich nicht mehr zu einer durch den consensus omnium sanktionierten allen gemeinsamen Anschauung bzw. Darlegung der