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Der vorliegende Beitrag stellt sich eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung der psychopathologischen Befunde im Rahmen des gesamten Krankheitsgeschehens bei Akromegalen zur Aufgabe. Als Basis dienen separat publizierte klinisch-psychiatrische und genealogische Erhebungen unserer Klinik an 51 Akromegalen und 1950 ihrer Verwandten, welche das psychiatrische Familienbild und die prämorbiden Verhältnisse der Kranken mit berücksichtigen. (Zusammenfassung durch Blickenstorfer.) Wir hielten fest, daß bei Akromegalie (im Gegensatz zur akromegaloiden Konstitutionsvariante) von Vererbung keine Rede ist, und beleuchteten die dem Sammelbegriff des endokrinen Psychosyndroms oder des erscheinungsbildlich sehr ähnlichen Hypophysen-Zwischenhirnsyndroms zugehörigen, individuell offensichtlich variierten psychopathologischen Zustandsbilder der Kranken. Alle unsere Akromegalen zeigen eine mehr oder minder ausgeprägte, ungefähr gleichzeitig mit der körperlichen Verunstaltung aufgetretene Wesensververänderung, die sich kurz wie folgt charakterisieren läßt:
Im Vordergrund stehen dauerhafte Störungen der Vitalität und der Stimmung, die sich nach außen hin durch allgemeine Antriebsarmut und Apathie, Verlust an Initiative und Interessen ausdrücken (Hypophysär-Stimmung von Frankl v. Hochwart). Die Kranken werden egozentrisch und beginnen ein Einsiedlerleben zu führen. Viele wirken bis zum Eindrucke affektiver Demenz stumpf, undurchsichtig, pedantisch und verlangsamt, wobei von einer intellektuellen Verblödung freilich keine Rede ist. Die Akromegalen zeigen im chronischen Stadium in der Regel eine erstaunliche Ergebenheit in ihr Schicksal. Das subjektiv anfänglich äußerst bewegte und häufig fremdartige psychopathologische Geschehen wird zunehmend monotoner und gleichsam vertrauter erlebt. Die „Hypophysärstimmung“ unterliegt graduellen Schwankungen und wird periodisch-unberechenbar von mannigfachen zeitlich begrenzten Verstimmungen2 und abnormen Triebäußerungen3 unterbrochen, zu welchen am Ra