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Es werden hier eine Analyse und eine Anzahl Träume vorgelegt, anhand deren versucht werden soll, die Unterschiede Freudscher und Jungstker Auffassungen zu veranschaulichen.
Die Analyse, die zunächst besprochen werden soll, ist vor etwa 8 Jahren bei mir beendet worden. Überdurchschnittlich intelligent, mit guter Schulbildung, kam die Patientin in sehr schlechtem Zustand zu mir. Sie hatte Vergiftungsideen, d. h. sie glaubte, ihr Ehemann könne ihr Gift ins Essen geben. Sie saß in der Wohnung herum, außerstande, ihre Hausarbeit zu besorgen. Die Verhältnisse der Kinderzeit waren nicht einfach. Die Mutter war die zweite Frau des Vaters. Die Patientin war einziges Kind aus der zweiten Ehe des Mannes, die Stiefgeschwister waren alle bereits etwas älter, als das Nesthäkchen, ein hübsches Mädchen, zur Welt kam. Der Vater hatte schon die andern Söhne und Töchter mit außerordentlicher Lieblosigkeit behandelt, und kaum einer oder eine von ihnen ist mit guter psychischer Gesundheit ins Leben hineingekommen. Meine Patientin aber scheint er aus Eifersucht und weil das Nesthäkchen der ausgesprochene Liebling der Mutter war, mit besonderem Haß verfolgt zu haben. Er jagte sie als kleines Mädchen oft aus der Wohnstube, nur weil die Gegenwart des Kindes ihn nervös machte. Vor Sonntagsspaziergängen war er imstande, zu seiner Frau in Gegenwart des Kindes zu sagen: „Die da lassen wir zu Hause.“ Kam er von der Arbeit zurück, durfte sie kaum mehr einen Ton von sich geben, ohne daß der Vater sie nicht schon gescholten hätte. Es geschah, was geschehen mußte: Die Patientin geriet in eine unheimliche Angst vor dem Vater und hüllte sich mehr und mehr in die Liebe der Mutter ein, die ohnehin das spätgeborene und einzige Kind aus dieser Ehe vergötterte. Nebst der großen Liebe erreichte sie bei der Mutter alles, und so hatte sie scheinbar den Vater gar nicht mehr nötig. Die Verbindung zu den Geschwistern blieb immer eine lockere, so daß sich die alleinige Beziehung zu den Eltern um so tiefer auswirke