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Die Geschichte des Herrn E. berichten wir weniger wegen ihres gutachtlichen Gehaltes. Aus äußeren Gründen war es uns nicht möglich, von ihm ausreichende Daten für eine detailliertere Persönlichkeits- und Schicksals-analyse zu erhalten. Doch das, was wir von ihm erfuhren, erschien uns immerhin ausreichend zu einem besseren Verständnis seiner Persönlichkeit, des ihm zur Last gelegten Vergehens und gewisser Reaktionsweisen, derentwegen er sich an uns wandte.
E. war 38 Jahre alt, als er uns aufsuchte, und bis in die letzte Zeit ein in seiner ganzen Gegend angesehener Bäckermeister. Es paßte gar nicht in sein bisheriges Leben, daß er vor 3 Monaten wegen einer Schwarzhandelsaffaire in Untersuchungshaft kam. Dort brach er auch gesundheitlich zusammen, so daß er vor etwa 3 Wochen als haftunfähig entlassen werden mußte. Nun bot er das Bild eines schweren Depressionszustandes. Wie war es zu dem allem gekommen?
Zunächst die wenigen Angaben zu der Vorgeschichte und dem beruflichen Werdegang des E., die wir besitzen: In seiner Familie waren Nervenkrankheiten, Geisteskrankheiten oder abwegige Charaktere nicht bekannt. Der Vater starb mit 74 Jahren, die Mutter im 60. Lebensjahr.
E. selbst war der sechste von neun Geschwistern. Er lernte rechtzeitig laufen und sprechen und entwickelte sich auch sonst normal. Schon von klein auf war er äußerst rege und frühgeweckt. So absolvierte er dann auch die Volksschule ohne Schwierigkeiten.
Nach Beendigung der Schulzeit trat er 1921 in die Bäckerlehre ein, die er 1924 beendete. Da er von jeher ein „großer Streber“ war, erlernte er im Anschluß daran noch das Konditorenhandwerk und bestand 1928 seine Meisterprüfung. Bereits mit 26 Jahren machte er sich selbständig und betrieb seit 1937 eine eigene Bäckerei und Konditorei, die bald zum bestgeführten Geschäft seines Ortsteils wurde.
Seinem Charakter nach war er weich und gutmütig. Dementsprechend hatte er viele Freunde und kam auch sonst mit anderen Mensch