You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Bekanntlich hat L. Szondi den großzügigen Versuch unternommen, das Phänomen des Schicksalhaften von der Seite der Psychologie her systematisch zu untersuchen.
Zum Angriffspunkt seiner Untersuchungen „wählte“ er die Wahl — die Wahl in Liebe, Freundschaft, Beruf, Krankheit, Tod — und geriet dadurch in ein Gebiet, auf dem die psychologische Forschung, vor dem Irrationalen haltmachend, bisher wenig Erfahrungen sammeln konnte. Es ist ihm ferner gelungen, die Wahl zum Aufbau eines Testverfahrens zu verwenden und seine schidksalsanalytischen Untersuchungen mit den Testergebnissen in eine originelle Korrelation zu bringen.
Szondi untersuchte in seiner Schicksalsanalyse an einer großen Anzahl von Familien (darunter solche, wo über 100 Familienmitglieder erfaßt werden konnten) das „Schicksal“ der einzelnen Familienmitglieder, d. i. in was für Menschen sie sich verlieben, welche Art von Menschen sie heiraten, mit wem sie Freundschaft schließen, welche Berufe sie sich wählen oder welche sie ausüben, an welchen Krankheiten sie erkranken und auf welche Todesart sie sterben.
Die Untersuchungen zeigten, daß man in der Genealogie der einzelnen Familien bestimmte Charaktereigenschaften und Geistesstörungen, Berufe, Krankheiten und Todesformen systematisch verfolgen kann (Opero-, Thanato-, Morbo-Tropismus) und daß die gleichen Faktoren in der Partnerwahl wiederkehren. Szondi schließt aus diesen konstant wiederkehrenden „schicksalhaften“ Phänomenen auf konstante Triebkräfte, als Ursache dieser Triebmanifestationen. Diese Triebkräfte lokalisiert er in die Gene und folglich entspricht, nach Szondi, das Schicksal des Einzelnen dieser Blut- und Gen-Verwandtschaft bestimmenden Macht. Die Macht des Schicksals sieht er in der lenkenden Wirkung der Genfaktoien; eine viel diskutierte Theorie, deren Beurteilung wir den biologischen Wissenschaften der Zukunft überlassen, um uns den empirisch gewonnenen Ergebnissen der Schicksalsanalyse zuzuwenden.
Szondi hat auf Grund seiner Schicksalsanalyse vier Tr