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Der Herausgeber dieses Sammelwerkes kam von der Experimental-Psychologie der Lernvorgänge zur Beschäftigung mit Fragen des Persönlichkeitsaufbaus; schon in seinem diesen beiden Gebieten gewidmeten Buch „Learning Theory and Personality Dynamics“ deutete sich allerdings die psychotherapeutische Perspektive an. Der vorliegende Band führt 21 Forscher zusammen, die meisten von ihnen arbeiten z. Z. im Mittleren Westen, namentlich an den Universitäten von Illinois und von Chicago. Diese Männer sind größtenteils von der Freudschen Psychoanalyse beeinflußt und mehr oder minder enttäuscht worden; ihr Streben gilt nun einer empirischen Erfassung der Ereignisse im psychotherapeutischen Prozeß. Was sie vorlegen, ist freilich noch kein „neues System“ der Psychotherapie, sondern eine Reihe interessanter Anregungen zur Konstruktion eines solchen Systems, bzw. eine Reihe von Forschungsergebnissen. Der Hauptakzent liegt dabei auf der Gewinnung und Erprobung neuer Forschungsmethoden. Der Band gliedert sich in zwei Teile, der erste behandelt theoretische Ansätze, der zweite methodologische Fortschritte.
Rollo May gibt im Einleitungskapitel den geistesgeschichtlichen Hintergrund der Psychotherapie; sein eigenes Denken führt ihn dabei, wie schon in seinem Buch über die Angst , in die Nachbarschaft der Existenzanalytiker. Nach ihm ergreift C. R. Rogers das Wort, dessen „client-centered“ oder „non-directive“ Beratungs-Methode wohl der originellste Beitrag Amerikas zur Psychotherapie ist. An Hand der während der Sitzungen auf Tonband aufgenommenen Gesprächs-Protokolle charakterisiert er den psychotherapeutischen Prozeß durch die Zunahme einsichtsvoller Behauptungen, das Reifer-Werden des berichteten Verhaltens und das Anwachsen der positiven Einstellung des Patienten zum eigenen Selbst, zum Therapeuten und zu dritten Personen. Bedeutsam scheint mir die folgende Feststellung: „Eine der revolutionärsten Anschauungen, die aus unserer klinischen Arbeit stammt, ist die Erkenntnis, daß der inners