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Lerschs bekanntes Buch: „Der Aufbau des Charakters“ erscheint seit der vierten Auflage , der alsbald die fünfte gefolgt ist, unter dem veränderten Titel: „Aufbau der Person“. In dieser Neugestaltung bringt es eine vollständige allgemeine Psychologie als Grundlage der Charakterkunde, wobei es dem Verfasser darauf ankommt, das Ganze des Lebenszusammenhangs sichtbar zu machen. Demgemäß werden die Grundtatsachen des sinnlichen Bemerkens (Wahrnehmens), des vorstellenden Vergegenwärtigens, des denkenden Erfassens, des Gedächtnisses, der Phantasie und des Unbewußten in die Darstellung einbezogen. Daraus ergibt sich eine klare Einteilung. Das Seelische, sagt Lersch, kann nicht richtig verstanden werden, wenn es nicht auf dem Hintergrund der Lebensvorgänge und im Zusammenhang mit ihnen gesehen wird. So bespricht er in der Einleitung zunächst die Merkmale des Lebens (Wachstum und Entwicklung, Fortpflanzung und Vererbung, Struktur, Integration, Fähigkeit der Selbsterhaltung, Kommunikation mit der Umwelt usw.). Aber der Tatbestand des Seelischen ist erst gegeben, wenn das Leben gleichsam von innen erhellt wird: Erleben, mit dem zweipoligen Schema der Vorgänge des Weltinnewerdens und der dranghaften Regungen des Suchens (Trieb, Begierde, Strebung). — Die sich zeitigende Wirklichkeit des seelischen Lebens zeigt sich als Gedächtnis und Phantasie. Beim Menschen empfängt das Erleben eine neue Dimension und Thematik (die des Geistigen).
Der Verfasser gliedert das Ganze der Seelenkunde in die vier Teilaspekte der allgemeinen Psychologie, der Entwicklungspsychologie, der Charakterkunde und der psychologischen Anthropologie. In der allgemeinen Psychologie legt er besonderen Wert auf den Integrationszusammenhang der seelischen Einzelzüge, die sich gegenseitig bedingen und durchdringen, wie auch Seele und Welt eine zweipolige koexistentielle Einheit darstellen. — In der Charakterologie unterscheidet Lersch „Wesensbegriffe“ und „Verhaltensbegriffe“, andrerseits „Leistungsbegriffe“. Struktur