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Eine „Einführung in die Psychologie“ muß auswählen, um dem Einzuführenden den Weg in die vorerst unübersehbare Fülle des Stoffes zu erleichtern. Von einem 1951 erschienenen Buche darf man erwarten, daß es das Wichtigste dessen, was heutzutage in der Psychologie geschieht, mit berücksichtigt, selbst wenn es außerhalb des engeren Interessenbereiches des Autors liegt. Diese Erwartung erfüllt Rohrachers Buch nicht. Vielleicht trägt seine Grundhaltung, die er als „naturwissenschaftlich“ bezeichnet, die Schuld daran. Jedenfalls hat er kein Organ für das, was sich nur der dynamischen oder der phänomenologischen Betrachtungsweise erschließt und dementsprechend kommen in seiner Darstellung weite Gebiete der Psychologie zu kurz. Das Resultat ist ein Buch, das sowohl in bezug auf Auswahl des Materials wie auf Behandlung der Problematik willkürlich und unzeitgemäß anmutet. Psychophysik und Erlebnislehre werden überbetont, Ausdrucks- und Verhaltenslehre (u. a.) kaum erwähnt.
Die dargestellten Probleme werden in einer Form vorgebracht, die oft einer Verfälschung gleichkommt. So ist z.B. das Gedächtnis für Rohracher noch immer „in erster Linie ein hirnphysiologisches Problem … 1. … (ist) das Auftreten bestimmter Gedächtniserscheinungen an das Vorhandensein bestimmter Hirngegenden gebunden … 2. Schädigungen des Gehirns — Gehirnerschütterung, Kohlenoxydvergiftungen, Verletzungen — führen dazu, daß sich der Geschädigte nicht nur an die Erlebnisse nach dem Unfall nicht erinnern kann, sondern daß auch die Erinnerung an eine mehr oder weniger lange Zeit vorher geschwunden ist … 3. Kein Beweis für die physiologische Natur der Gedächtnisspuren, wohl aber ein wichtiger Hinweis für die Physiologie des Gedächtnisses ist die Tatsache, daß die Zahl der Ganglienzellen im Laufe des Lebens keine Vermehrung erfährt“ … (S. 321/2). Natürlich ist Gedächtnis auch ein hirnphysiologisches Problem — nämlich dann, wenn man es unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. Aber