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Die Etymologie des Wortes „Besitz“, sein Zusammenhang mit dem oft rituell vollzogenen „sitzen“ als Besitznahme (Thronbesteigung als symbolisches Sich-Setzen), bildet die Einleitung zu der reizvollen Studie der Schweizer Soziologin Meyer-Holzapfel. Es wird besitzähnliches Verhalten bei Tieren dann angenommen, wenn ein Objekt verteidigt wird. Innere Voraussetzung dazu ist, daß das Objekt in eine Individual-oder Kollektivsphäre einbezogen ist, an der eine gefühlshafte Beteiligung besteht. (Ein Besitzloser, einer, der nicht einmal einen Besitz intendiert und der sich selbst auch gleichgültig ist, ist offenbar nicht zum Kampf zu bringen!) Bei sehr vielen Tieren kommt eine Verteidigung des Reviers vor, wobei die Territorien geruchlich oder optisch markiert werden. Neben dem Raumbesitz gibt es Objektivbesitz, meist mit Nahrungsbedeutung. Außerhalb dieser biologisch wichtigen Bedeutung gibt es in bezug auf tote Gegenstände kein affektiv bedeutsames Besitzverhalten bei Tieren. Offenbar zeigen die Köhler-schen Schimpansen in bezug auf die Werkzeuge nicht die affektiv besetzten Verteidigungsreaktionen wie in bezug auf Nahrung. Der Besitz lebender Objekte, neben den Jungen vor allem der Sexualpartner, ist besonders bei den monogamen Tieren zu beobachten. Das Verlobungszeremoniell z. B. von Dohlen ist hochdifferenziert als rituelle Besitznahme und von den Triebkräften der sexuellen Vereinigung räumlich wie zeitlich weit distanziert (Lorenz). Die Verteidigung von Jungen durch Muttertiere ist nur dann als Besitzerlebnis und menschenähnlich zu bezeichnen, wo eine individuelle, nicht austauschbare Bindung an ein bestimmtes Jungtier vorkommt, wie bei Gemsen, Mufflons, eventuell Rehen usw. — Bei der Behandlung menschlichen Besitzverhaltens geht die Verfasserin von der Prävalenz der besitz-ergreifenden Hand über die Fortbewegungswerkzeuge als einem anthropologischen