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„Psychologie der Jugendzeit“ betitelt Ernst Schneider (Basel) sein Buch, das, erstmals 1948 herausgekommen, nun in zweiter Auflage vorliegt. Wer aus dem Titel auf eine Darstellung der Psychologie der Jugendlichen schließt, geht fehl. Denn ihnen ist nur ein kleiner Teil der Arbeit, 40 von den 334 Seiten des Textes gewidmet. Die Erwartung, die spärliche Dokumentation über die Jahre des Heranreifens durch einen gewichtigen Beitrag bereichert zu sehen, ist somit nicht erfüllt. Tatsächlich handelt es sich um eine allgemeinverständliche Darstellung der Psychologie des Kindes vom Mutterleib, ja von der Empfängnis an, bis zur Reife. Weniger wäre mehr gewesen, möchten wir sagen. Vor 40 und 50 Jahren konnte noch eine wissenschaftlich befriedigende, allgemeine Kinderpsychologie geschrieben werden. Claparède hat es getan und mit seinem Werke der neuen Wissenschaft Bahn gebrochen; aber heute ist eine Gesamtdarstellung sozusagen ein Ding der Unmöglichkeit. Dazu ist die Dokumentation zu umfangreich, sind die Spezialarbeiten zu zahlreich geworden. Zudem berührt Schneider, dem es auf eine ganzheitliche Erfassung des Menschen ankommt, auch das Physiologische. Das bedeutet, daß