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Eingeleitet durch ein Vorwort des gründlich mit der Materie vertrauten E. Kretschmer führt uns die reichhaltige, subtil ausgearbeitete Studie in das faszinierende Grenzland zwischen menschlichem Schöpfertum und menschlichem Verfall. Die Familie Feuerbach enthält eine Geschlechterfolge genialer Persönlichkeiten, durch die das kulturelle Leben des 19. Jahrhunderts während dreier Generationen entscheidend beeinflußt
wurde; gleichzeitig erweckt sie durch ihre schwere Belastung mit Geisteskrankheiten das Interesse des Psychiaters. Der Autor beleuchtet durch weit zurückreichende Ahnentafeln eine bemerkenswerte Aszendenz dieser Familie, die übrigens auch zweifach mit Goethe verwandt ist: Durch die Frau des kaiserlichen Notars Johann Phillipp Feuerbach, Susanne Fleischbein, fließt der Familie künstlerisches Blut zu, während es dem Erbe der mit dem Advokaten Anselm Feuerbach verheirateten, aus einer Sippschaft scharfsinniger Intellektueller stammenden Sophie Krause zugeschrieben werden muß, daß in der folgenden Generation — mit dem Kriminalisten Anselm Feuerbach, 1775 bis 1833 — der Name F. bekannt wird. Die Großväter der Frau des Kriminalisten, Wilhelmine Tröster, umfassen die nicht alltägliche Kombination Hufschmied und Herzog, wobei sich in der fürstlichen Linie (Haus Sachsen-Weimar) Differenziertheit und Degeneration nahe berühren. Amalie Keerl schließlich, eine Schwiegertochter des Kriminalisten, führt der Familie das Blut eines alten Akademikergeschlechtes zu, das, mit künstlerischen Talenten begabt, wie mit krankhaften Anlagen behaftet, der überzüchteten Dynastie Feuerbach gleicht.
Die pathographische Darstellung des Kriminalisten und seiner Nachkommen lehnt sich an die Genialitätsforschungen E. Kretschmers an und bedient sich dessen psychologisch-psychiatrischer und konstitutionsbiologischer Methodik. Graphische „Lebenskurven“ vergleichen anschaulich Geisteszustand, schöpferische Produktion und Berufserfolg der berühmten Feuerbachs, wobei das Gebrüder-Quintett Archä