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„Lachen und Weinen“ von Helmuth Plessner liegt nun, nachdem es acht Jahre vergriffen war, in einer zweiten Auflage vor. Außer einigen am Schlüsse angefügten Anmerkungen ist es textlich unverändert. Plessner hat ohne Zweifel alles untersucht, was in seiner Vielförmigkeit der Quellen zu Lachen und Weinen führen kann, besonders auch die
Einmaligkeit des weinenden oder lachenden Menschen im Verhältnis zum Tier. Schon in der Einleitung wehrt sich der Verfasser dagegen, daß sein Buch als bloßer „Beitrag“ zu einer der wissenschaftlichen Forschungsrubriken, wie Psychologie, Physiologie o. dgl., anzusehen sei und empfiehlt, sich von der Voreingenommenheit der Erfahrungsphilosophie freizumachen. Mit Recht, denn hier wird Selbständiges über dieses Thema ausgesagt, in sprachlich anziehendster Weise. Gleich anfangs werden Lachen und Weinen als spezifisch menschliche Äußerungsweisen bezeichnet — nicht ob, sondern wie sie Monopole des Menschen sind, wird diskutiert. Diese, wenn auch undurchsichtigen Äußerungsweisen müssen aus dem Verhältnis des Menschen zu seinem Körper als Basis seines Daseins begriffen werden und nicht aus dem problematischen Verhältnis isolierter Entitäten wie Geist zum Körper oder Seele zum Leib.
Im Lachen quittiert der Mensch eine Situation. Er beantwortet sie direkt und unpersönlich. Er gerät in einen anonymen Automatismus. Er selbst lacht eigentlich nicht, es lacht in ihm. Anders das Weinen. Hier gibt der Mensch auch eine Antwort, indem er sich einem anonymen Automatismus überläßt, der mehr oder weniger langsam in Gang kommt, aber Gewalt über ihn gewinnen kann. Nur bezieht sich der Mensch selber in diese Antwort mit ein. Er ist innerlich dabei beteiligt, es übermannt ihn und er überläßt sich dem Prozeß des Weinens. Diese eigentümliche Verhaltensweise sich selbst gegenüber nennt Plessner Kapitulieren. Sie ist der vermittelnde zentrale Akt. Das Lachen erfolgt unvermittelt. Nur Anlaß (Affekt o. dgl.) plus Kapitulation führen zum Weinen. Warum man z. B. aus Re