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Im Jahr 1938 erschien in. Paris eine „Psychologie des Animaux“. Es war die erste in französischer Sprache erschienene Tierpsychologie, die bewußt mit der physiologisch-physikalischen Interpretation brach und das Verhalten der Tiere zu beschreiben und zu verstehen versuchte. Ihr Verfasser war F. J. J. Buytendijk. Seine Betrachtungsweise gestattete es, nunmehr auch das Verhalten der Tiere mit dem menschlichen zu vergleichen.
Heute erscheint unter dem Titel eines „Traité de Psychologie Animale“ ein Werk desselben Autors. Es ist keine Neuauflage, sondern versucht einen neuen Zugang zum alten Problem zu gewinnen, wie der Mensch das Tier und wie er sich selber in der Gegenstellung zu ihm verstehen könne. Die seither erschienenen Werke: „Wesen und Sinn des Spiels“ , „Wege zum Verständnis der Tiere“ , „Über den Schmerz“ bezeichnen den seit 1928 erarbeiteten Zuwachs an Einsichten; die anthropologische Wendung der dem Existentialismus verpflichteten französischen Psychologie, vor allem die Werke Merleau-Pontys werden in Buytendijks Hand zum Werkzeug der vergleichenden Interpretation von tierischem und menschlichem Verhalten. Der Hauptakzent dieses Buches liegt mehr noch als beim ersten auf dem Vergleich von Mensch und Tier und auf der Herausarbeitung ihrer Rang- und Wesensunterschiede. Was diesen Vergleich irgend fördert, wird als Thema gewählt, eine systematische Tierpsychologie ist nicht beabsichtigt. Ein Blick auf die Kapitelüberschriften zeigt dies: „Wie sich das Studium der Tiere zeigt — Kann man höhere und niedere Tiere wissenschaftlich unterscheiden? — Ruhe und Schlaf — Die Dämmerung des Erkennens (l'ombre de la connaissance) — Der Instinkt — Ähnlichkeit des Verhaltens bei Tieren verschiedener Spezies — Instinkt und Erfahrung — Instinkt und innere Sekretion — Der Reflex — Lautgebung und Sprache der Tiere — Vergleich von Tier und Mensch“. So folgen sich die Themen in freier Weise, wobei das Grundthema, am Schluß jedes Kapitels bereits angedeutet, im letzten ausgiebig en