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Verf. hatte in bisher einmaliger Weise Gelegenheit, in einer Heimkehreranstalt (Fischerhof, Niedersachsen) sich der Dysthrophiker unter den Heimkehrern aus Kriegsgefangenschaft annehmen zu können und Befunde und Beobachtungen zu sammeln, die auch noch zu diesem späten Zeitpunkt eine Veröffentlichung rechtfertigen, da — abgesehen von den vermittelten ärztlichen Erfahrungen — die Auswirkungen noch lange Ärzte, Versorgungsämter, Juristen und andere beschäftigen werden.
Die Dystrophie (Ernährungsmangelkrankheit) wird als psychosomatisches Krankheitsbild beschrieben, wobei der temperamentvolle Stil des Buches dem vom Verf. erwünschten vielfältigen Leserkreis entsprechend allgemein verständlich gehalten ist. — Nach Abhandlung klinischer Daten stellt G. ausführlich die psychische Dynamik eines chronischen Hungerzustands dar. Wie andere Autoren, so betont auch er die Einengung der Triebhaftigkeit auf das eine Ziel, am Leben zu bleiben. Es gibt dabei für den Hungernden und Dysthrophiker nur die Gegenwart, während Vergangenheit und Zukunft einen hochgradigen Libido Verlust erleiden. Die fast alleinige Verwendung der Libido auf die Gegenwart führt zu einem weitgehenden Ichverlust, so daß z. B. sogar das „Denken an Frau und Kinder“ autistisch wird bei auffälliger, libidinöser Beziehung zu Gegenständen und das Gegenständliche überhaupt.
In der ausführlichen Abhandlung therapeutischer Maßnahmen wird außer häufigen, kleinen eiweißreichen Mahlzeiten die Bedeutung des Wieder-Essenlernens zur Überwindung des Autismus dargestellt. Gleichzeitig wird eine einfallsreiche, dem Krankengut angepaßte Gruppenpsychotherapie durch Psychotherapie