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Im Verlag Otto Wilhelm Barth erschien, von Ursula v. Mangoldt mustergültig übersetzt, das Buch: Der Karma Yoga, von C. Kerneïz.
Die spannungsgeladene Atmosphäre dieser Zeit bringt es mit sich, daß über die eigene Glaubenslehre hinaus die unruhige und desorientierte Seele nach neuen Wegen zu innerem Frieden und Harmonie tastet. Die allzuvertraute, in der Wirkung abgebrauchte Formulierung unserer Heilslehre wird vielfach nicht mehr vom Wesensinhalt, sondern von der Form, dem Ritus her erfaßt. Sie bedarf neuer Belebung, Vertiefung, und damit auch neuer Verwirklichung.
Das Abendland schwankt zwischen rationalistischer, materialistischer Weltanschauung und einem vielfach erstarrten Dogmatismus und feindlicher Abgrenzung gegen den Andersgläubigen. Beides ist nicht mehr zeitgemäß. So wie die Kontinente zueinanderrücken, so geht, teils unbewußt, teils bewußt, eine tiefe Sehnsucht der Menschheit dahin, sich auf einer anderen, einer höheren Ebene in echter Konzilianz zu begegnen.
Kerneïz führt im Karma Yoga die rein kausale Denkweise ad absurdum — ein Weg, der zuweilen auch im Abendland beschritten wird. Letztes Ziel des Karma Yoga ist, die Welt als eine Spiegelung, als ein Spiel zu erkennen; aber ein Spiel, das uns schicksalsmäßig bestimmt ist, und dessen Spielregeln wir einzuhalten haben; also das jeweils Gesetzmäßige anzuerkennen und danach zu handeln. Und das, trotz des uns innewohnenden Bewußtseins, daß unser Handeln, und die Handlung als solche wesenlos ist — wesentlich nur das Motiv, aus dem die Handlung entspringt. Das Motiv aber bewußt zu machen, es