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„Wenn es beim Menschen ererbte psychische Bildungen, etwas dem Instinkt der Tiere Analoges gibt, so macht dies den Kern des Unbewußten aus“ (Freud).
„Ein 15jähriges Mädchen … hatte stets abgebissene Nägel. Auf die Frage, wann und warum es mit dieser Untugend angefangen habe, erzählte es, daß seine Angst vor dem Religionslehrer schuld daran sei. Es konnte in der Stunde nie rechte Antworten geben, und nachdem der Lehrer sich bei den Eltern beklagt hatte und es schwer bestraft wurde, begann es schon vor der stunde die Erklärungen des Lehrers nicht verstanden habe und doch weiß, Schule von Nägelabbeißern folgende Antworten: ‚Wenn ich in der Rechenstunde die Erklärungen des Lehrers nicht verstanden habe und doch weiß, daß wir nachher eine schriftliche Arbeit darüber machen müssen…‘ — ‚Wenn ich nicht sicher bin, daß ich meine Aufgaben gut gelernt habe …‘— ‚Wenn ich eine Geschichte lese und merke, daß es dem Helden nicht gut gehen wird…‘ — ‚Wenn ich beim Fußballspielen Torwart bin…‘“ (1) Diese beliebig zu vermehrenden Beispiele zeigen, daß durch das Nägelabbeißen Äffekte der Wut, des Ärgers oder eine ängstliche Spannung zu überwinden gesucht werden. Dasselbe gilt für eine Reihe ähnlicher, bei Kindern allgemein verbreiteter Gewohnheiten, wie das Lutschen, Nase- und Ohrenbohren. Ihnen allen gemeinsam ist, daß sie zwar nicht ausschließlich, aber mit auffallender Häufigkeit im Zustande innerer Erregung reflexartig ausgelöst werden und mit der auslösenden Situation in keinem logischen oder zweckmäßigen Zusammenhang stehen. Auch der Erwachsene verfügt noch über eine Anzahl analoger typischer Konfliktreaktionen, von denen ich vorläufig nur das Sich-hinter-dem-Ohr-Kratzen erwähnen möchte.
Die psychoanalytische Trieblehre erklärt diese Reaktionen bekanntlich als Ersatzbefriedigungen. Überstarke Erregungen, die aus äußeren oder inneren Gründen nicht auf dem üblichen direkten Weg abzufließen vermögen, entladen sich über bestimmte andere, hierzu offenbar prädisponierte Mechanismen. Welc