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Der Heidelberger Neurologe, Professor Vogel, machte uns gelegentlich darauf aufmerksam, daß die beiden bedeutendsten Schüler Charcots Babinski und Sigmund Freud sind. Beide hatten bei dem berühmten Meister der Nosographie die Bilder hysterischer Erkrankungen studiert und den Anstoß zur lebenslangen Bemühung um die Abgrenzung organischer und nichtorganischer nervöser Störungen mitgenommen. Beide haben dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet, freilich in einer ganz verschiedenen Richtung: Babinski, nach dem jenes bekannte pathologische Zehenphänomen heißt, ist in seinen Arbeiten von hervorragender Bedeutung geworden für die Reflexologie und die Diagnostik der organischen Nervenkrankheiten. Freud, ursprünglich Dozent für Neuropathologie, brachte seinen Beitrag gerade vom entgegengesetzten Flügel der Forschung her, nämlich von der Psychopathologie und dem Bemühen um den verstehbaren Sinn der hysterischen Phänomene. Beide Forscher kamen von einem Krankheitsbild her, in dem es auf die Abgrenzung der Organkrankheit ankam. Dieselbe Leidenschaft des Forschens hatte sie dabei einen verschiedenen Weg finden lassen, der jeder in seiner Art bewundernswürdig ist und ohne eine starke Konzentrierung der Betrachtungsweisen nicht zu den grundlegenden Ergebnissen hätte führen können, die wir beiden verdanken.
Es ist nicht unwesentlich, sich dies zu vergegenwärtigen und sich kurz an den historischen Ort zu erinnern, von dem aus wir uns bemühen, Patienten mit organischen Störungen psychoanalytischt zu behandeln. Freud selbst stand ja solchen Bemühungen recht skeptisch gegenüber. Er behandelte zwar von Anfang seiner psychotherapeutischen Arbeit an Kranke mit körperlichen Störungen, und in einer Schrift vom Jahre 1905 über „Psychische Behandlung“ weist er darauf hin, daß man darunter nicht „Behandlung der krankhaften Erscheinungen des Seelenlebens“ zu verstehen habe, sondern „Behandlung