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Vor ca. zwei Jahren wurde ich von einer 33jährigen Apothekerin auf gesucht, die mir folgendes berichtete: Vor 10 Jahren, in ihrer Studienzeit, machten mehrere angehende Pharmazeuten (angeregt durch das bekannte Werk von Beringer) einen Meskalinversuch. Während bei keinem Kollegen Schädigungen, sondern nur die bekannten Sensationen auftraten, erlebte die Patientin nach der Einnahme einer ihr nicht mehr genau erinnerlichen Dosis (sie war jedenfalls nicht höher als die der andern Kollegen) ein Vernichtungsgefühl, das nur ungefähr 1 Minute dauerte, aber von außerordentlicher Intensität war („ein Gefühl, als kämen die Wände auf mich zu, furchtbares Herzklopfen, eine rasende unbestimmte Angst, die ich nicht beschreiben kann. Ich wollte mich aus dem Fenster stürzen, weil ich glaubte, es einfach nicht aushalten zu können“). Dieses Erlebnis beeindruckte die Patientin damals tief; sie war danach wochenlang ängstlich und verstimmt. Nach einigen Monaten war die Angelegenheit vergessen; eines Abends trat ohne jeden äußeren Anlaß der Angstzustand in vollkommener Repetition wieder auf („So muß es sein, wenn man verrückt wird …“).
Seither kommt es immer wieder zu Anfällen der gleichen unbestimmten Angst, wobei der Patientin die dabei auftretenden vegetativen Erscheinungen wie Schweißausbruch, cutis anserina, Herzjagen usw. erst später bewußt wurden. Die Anfälle dauern etwa 1 Minute — die Patientin ist stets im Anfall hellwach, so daß sie auf die Uhr sehen kann; keine Aura. Im Anschluß besteht ein kurzdauernder Erschöpfungszustand, dann wieder körperliches Wohlbefinden. Der Angstanfall tritt oft mehrere Tage hintereinander auf (nie mehr als einmal im Tag) und bleibt dann wieder monatelang aus. Es muß betont werden, daß die Tageszeit, irgendwelche äußere Erregungen usw. keine Rolle spielen. In den letzten 10 Jahren gab es noch nie ein halbes Jahr, das anfallsfrei war. Begreiflicherweise leidet die Patientin sehr unter der ständigen Erwartungsspannung — „mein Leben besteht nur mehr aus