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Auch eine wesentlich kasuistisch zentrierte Arbeitstagung kann wohl kaum einer Auftaktbesinnung auf den Rahmen, die Faktoren und Vektoren entraten, innerhalb derer sich Psychotherapie abspielt. Dabei melden sich programmatisch Grundfragen der Anthropologie, der Psychologie, solche der Situationsgestaltung in der Psychotherapie, der Haltungen von Therapeut und Patient, Fragen der Analyse der Analyse, wie nach der Natur des therapeutischen Prozesses.
Aufgabe einer internen Arbeitstagung scheint es mir weniger zu sein, auf die positiven Errungenschaften unserer Fachbemühungen in Theorie und Praxis hinzuweisen, als vielmehr eine gründliche Selbstbesinnung anzuregen auf das, was man täglich tut und wie man es tut. Gewiß, das sind alte Fragen, auf die eine ganze Flut von Antworten und Lösungsversuchen besteht. Was ein Mensch sei, wie er eigentlich sei, wie es in einem zwischenmenschlichen Felde eigentlich zugehe, welches die Natur des krank machenden wie des heilenden Prozesses sei, wissen wir jedoch bis heute nicht, jedenfalls nicht, wenn wir mit Tiefenpsychologie Ernst machen. So stehen wir in unserem Beruf vor der Notwendigkeit, Wesen zu behandeln, die wir nur begrenzt kennen.
Wo entscheidende Probleme offen blieben, läßt sich vielleicht mit intensivierter eigener Erfahrungssuche weiterkommen. Es muß nicht heißen, unseren klassischen Schulgründern, deren Vorläufern wie den ihr Werk weiterführenden Zeitgenossen den schuldigen Respekt zu versagen, wenn man für seine Arbeit am Menschen eigene Antworten sucht. Eine Grundschwierigkeit ist für uns, daß der Gegenstand unserer wissenschaftlichen Bemühungen kein Gegenstand ist. Außerdem stecken wir, uns selbst weitgehend unbekannt, spannungsverändernd im jeweiligen Erkundungsfelde. Gleichzeitig in einer Situation wesend und handelnd mitzuwirken und über sie zu theoretisieren und sie „rein“ darzustellen geht über unsere Natur.
Edward Glover2 hat als Quintessenz seiner 16 Jahre langen Kontrolle der psychoanalytischen Forschung in L