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Wir könnten keinen größeren Fehler machen, als wenn wir unser gegenwärtiges Ausbildungssystem als endgültige Lösung unserer vielen Probleme ansehen wollten. Denn von einer wirklichen Lösung sind wir noch weit entfernt. Der jetzige Ausbildungsgang ist nur ein Schritt in einer langen Entwicklung, nachdem die früheren Schritte in der einen oder anderen Hinsicht nicht ausreichend erschienen waren, und es ist ganz sicher, daß kommende Generationen von unserem jetzigen System das gleiche denken werden. Dann können wir uns immerhin auf dieses Symposium berufen, als einen Beweis, daß wir uns der noch ungelösten Probleme wenigstens bewußt waren.
Was ich von dem ganzen Ausbildungsgang sagte, gilt auch für dessen wichtigsten Abschnitt, die Lehranalyse. Die Geschichte der Lehranalyse könnte beschrieben werden als eine Folge von fünf Perioden2, die ich durch einige nicht ganz korrekte, aber kurze und prägnante Merkmale charakterisieren möchte. Die erste Periode war eine der bloßen Unterrichtung, die sich der Schüler fast ohne Hilfe von außen verschaffte, und zwar einfach durch Lektüre der Werke Freuds. Bald aber empfand man die Notwendigkeit, etwas mehr als nur intellektuelles Wissen zu erwerben, und dieses „etwas mehr“ war dann eine kurze, wenige Wochen oder Monate dauernde Analyse, die es dem Kandidaten ermöglichen sollte, die Gültigkeit und Kraft der wesentlichen psychoanalytischen Entdeckungen an sich selbst zu erfahren. Diese zweite Periode könnte man die „demonstrative“ nennen. Hierzu zwei sehr frühe, vielleicht die frühesten Beschreibungen von Freud selber in zwei unveröffentlichten Briefen an Ferenczi: „Eitingon ist hier, geht zweimal in der Woche mit mir nach dem Nachtmahl spazieren und läßt sich dabei analysieren“ (22. Oktober 1909). „Eitingon, der mich zweimal wöchentlich zum Nachtspaziergang abgeholt hat, auf dem er sich analysieren ließ, kommt Freitag zuletzt und geht dann für ein Jahr nach Berlin“ (10. November 1909). Eine spätere und sehr viel ausführlichere Beschr