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Den größten Teil dieses Buches der bekannten Schülerin und Mitarbeiterin Freuds nimmt die englische Übersetzung der bereits 1949 erschienenen Arbeit „De la Sexualitè de la Femme“ ein. Drei kleinere Arbeiten: „Passivity, Masochism and Feminity“, „Some Paleobiological and Biopsychical Reflections“ und „Notes on Excision“ schließen sich an.
Im Mittelpunkt all dieser Arbeiten über die weibliche Sexualität steht die Frage nach der sexualitätsprägenden Bedeutung des kindlichen Antriebserlebens, seinen spezifischen Versagungs- und Kanalisationsmöglichkeiten im Rahmen der ödipalen Situation. Im ganzen hält sich die Verfasserin an die bekannte, von Freud festgelegte Stadienlehre der frühkindlichen Sexualität, worin ein orales, sadistisch-anales und schließlich phallisches Stadium aufeinander folgen. Diese Stadien werden von der Verfasserin noch weiter untergliedert und von einander abgegrenzt. Aus der unterschiedlichen Weise, in der jeweils Jungen und Mädchen die einzelnen Stadien passieren, beleuchtet Marie Bonaparte die grundsätzliche anlagemäßge Bisexualität sowohl des weiblichen wie des männlichen Organismus. Diese Annahme macht am leichtesten verständlich, daß auch das kleine Mädchen im Anschluß an das anale Stadium eine aktive Antriebshaltung gegenüber der Mutter durchlebt, die organisch durch die gesteigerte Erregbarkeit der penisähnlichen und penishomologen Clitoris re-präsentiert ist. Diese Antriebshaltung entspricht dem aktiven Odipuskomplex, der normalerweise beim Jungen persistiert, bis mit der Ablösung von der Mutter der Ödipuskomplex überhaupt liquidiert wird. Für das kleine Mädchen jedoch soll der aktive Ödipuskomplex nur ein kurzes Durchgangsstadium bilden. Denn für die Frau liege das gelobte Land der Genitalität im Lusterlebnis der Hingabe, genetisch vorgeprägt durch die Einschleifung eines passiven Ödipus-komplexes und sich ausdrückend in der Fähigkeit zum vaginalen Orgasmus. Vielen Frauen gelingt jedoch nach Meinung der Verfasserin die glatte und nur kurzda