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Der 7. Band der von C. G. Jung heraus-gegebenen Psychologischen Abhandlungen enthält 4 Beiträge des Herausgebers („Psychologie und Dichtung“, „Über Wiedergeburt“, „Zur Empirie des Individuationsprozesses“ und „Über Mandalasymbolik“),sowie einen Beitrag von Aniela Jaffé („Bilder und Symbole aus E. T. A. Hoffmanns Märchen ‚Der goldene Topf‘). Alle Beiträge behandeln Gestaltungen des Unbewußten, und zwar des Kollektiven Unbewußten, wobei die Beziehungen zur Persönlichkeit des Gestalters einerseits und zu den psychologischen Gegebenheiten der Zeitepoche andererseits jeweils, allerdings in verschiedenem Ausmaße, in die Untersuchung einbezogen sind.
C. G. Jungs Aufsatz „Psychologie und Dichtung“ befaßt sich vorwiegend mit dem Problem der Frage der Unterscheidung (und Unterscheidbarkeit) der psychologischen Struktur eines Kunstwerkes von der des künstlerisch schöpferischen Menschen. Die psychoanalytische Schule, die letztlich das Kunstwerk als Uneigentliches, als quasi neurotisches Symptom von Ersatzcharakter, das sich aus den Faktoren der persönlichen Anamnese und Psychologie des Künstlers erkläre, einzuordnen sucht, habe durch diese Reduktion die Psychologie des Kunstwerkes selbst verfehlt und die wirkliche Quelle des Kunstschaffens oft nicht erfaßt.
An literarischen Produktionen exemplifizierend unterscheidet Jung zwei Arten des Kunstschaffens: die psychologische, die sich in Bezug auf Ursprung und Stoff des Werkes im Raum des Bekannten, der Leidenschaften und des menschlichen Bewußtseins bewege von der visionären, die dagegen ihrer Wurzel nach alles Bekannte und Gewußte transzendiere. Der Ursprung der visionären Art des Kunstschaffens liege in einem Urerlebnis, das „selbst wort- und bildlos“ sei, sich des Künstlers bemächtige, der in seinem Kunstschaffen so fast ohnmächtiger Mittler zwischen diesem dunklen Bereich und der bewußt-menschlichen Sphäre sei. Die ihn bedrängende Vision, „ein Bild des Kollektiven Unbewußten“, wolle in ihrer unheimlichen Paradoxie in Erschei-nun