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Der Verfasser unternimmt den Versuch einer Auseinandersetzung mit den bisherigen analytischen Schulen aus der Position seiner universalistischen, personalistischen Psychologie, in der die Neurose als Krankheit des bösen Gewissens erscheint. Dieser Gewissenskonflikt,
der unter Konstruktion einer Scheinschuld oder einer falschen Lokalisation der Schuld in der Neurose den mißglückten Versuch der Auseinandersetzung mit dem Absoluten enthält, bedingt für den Patienten das Entstehen einer Lebenshäresie und einen Abfall von der (als Gegebenes interpretierten) Wertehierarchie. In diesem häretischen Weltbild des Neurotikers, das die Existenz und Gültigkeit des Absoluten in der Verweigerung des „non serviam“ leugnet, wird aus dem Verlust der Wertordnung Relatives (wie Erleben, Empfindung, Objektwelt usw.) verabsolutiert, während gleichzeitig der Bezug zu den Werten und dem Absoluten relativiert wird. In den häretischen Lebensbildern der Erlebnisgier und der Verdinglichung sucht der Patient einen „Sündenbock“ für die Qual seiner neurotischen Symptomatik, um die Entlarvung durch das Absolute zu verhindern.
Caruso stellt von dieser Position aus die gesamten bisherigen analytischen Bemühungen im Grundansatz in Frage, greift aber auch in aller Deutlichkeit die objektivierende „wertelose“ Wissenschaft ganz allgemein an. Frends Erkenntnis sei insofern nutzbar, als die Aufdeckung unbewußter Inhalte die Voraussetzung für eine Überwindung der in jeder Neurose manifestierten Lebenshäresie ist. Letztere soll aber nur der Relativierung des falsch Verabsolutierten dienen, nicht der „Verabsolutierung von Teilwahrheiten“ und der „Immanentisierung der Wahrheit“, die Caruso den bisherigen psychologischen Schulen zum Vorwurf macht. So ist die Unterdrückung des positiven Aspektes jeder Neurose selbst neurotisch, weil der Mensch hier — wie in den rationalistischen Häresien des Arianismus und Nestorianismus —, autonom ohne Bezugssystem auch verabsolutiert werde.
In breiten Auseinandersetzungen mit