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Bei diesem Werk stand die Gestaltpsychologie Pate. Ausgehend von den Theorien W. Köhlers, Koffkas, Wertheimers, Kurt Lewins und dessen Schülers Lipitt übt der Verfasser eine grundsätzliche Kritik an den sozialpsychologischen Lehren des Behaviorismus und der Psychoanalyse. Der von Watson begründete Behaviorismus, wie er in den USA immer noch eine Rolle spielt, sei in seinen Erklärungsmöglichkeiten zu arm. Ein großer Teil des Buches befaßt sich mit der Widerlegung der behavioristischen These, daß alle wesentlichen Handlungen und emotionalen Einstellungen des Menschen befriedigend im Bezugsrahmen von „Stimulus und Response“ (Reiz und Reaktion) zu interpretieren seien. Freuds Deutung des sozialen Verhaltens als Ausdruck von Triebverzichten sei ebenfalls einseitig und dürftig. „Freud sah“, in den Worten Aschs, „nicht den ‚Tageslicht-Aspekt‘ menschlicher Handlungen und Erlebnisse. Er befaßte sich, um es kurz zu sagen, nicht mit den produktiven Kräften im Menschen.“ (S. 19.)
Das versucht dagegen Asch. Er tut es mit der Überzeugung, daß man menschliches Verhalten im wesentlichen als sinnvolles Abgestimmtsein unserer vernünftigen Orientierungs- und Adaptationsmöglichkeiten an die gegebene soziale Situation verstehen kann. Zu diesem Zwecke führt er neben den grund-legenden gestaltpsychologischen Arbeiten Wertheimers, Koffkas und Köhlers eine Reihe bekannte amerikanischer sozialpsychologischer Untersuchungen ausführlich an, so etwa Lazarsfelds „The Peoples Choice“ ‚Centers‘ „The Psychology of Social Classes“, Lewins gruppenpsychologische Experimente und einige eigene Untersuchungen. Von diesen ist eine hervorzuheben: Ihr Ausgangspunkt war die Frage, wieweit der Druck einer einmütigen Majorität eine Minorität umzustimmen vermag. Asch beobachtete deshalb, wieweit sich jeweils ein einzelner Student mit seiner durch eigenen Augenschein gewonnenen Überzeugung gegen eine vorher instruierte, bewußt falsch aussagende Mehrheit von neun anderen Studenten zu behaupten vermochte. Etwa die