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Das Gespräch über das Wesen der Frau ist neuerdings in verstärktem Maße in Fluß gekommen, und eine reiche wissenschaftliche Literatur legt davon Zeugnis ab. Der Wandel in der Entwicklung der weiblichen Persönlichkeit ist nach dem 2. Weltkrieg immer klarer sichtbar geworden und, kaum erkannt, wird um seine Deutung gerungen, wird seinem Ursprung und seinen möglichen Zielen nachgespürt. Daß die Veränderung der Frau, die wohl vor allem in der stärkeren Bewußtwerdung ihrer eigenen Art beruht, zu einem Problem wird, mit dem sich außerordentlich gescheite und geschulte weibliche Autoren der westlichen Welt auseinandersetzen — über die des Ostens zu urteilen fehlt mir die Kenntnis —, gehört mit zur Evidenz der neu gewonnenen Möglichkeiten. Margaret Mead, Helene Deutsch, Viola Klein, Simone de Beauvoir, Marianne Leibl — um nur die bedeutendsten zu nennen — haben sich mit Erfolg bemüht, die Besonderheiten im Wesen der Frau, wie sie durch die natürlichen Anlagen und die Umstände der äußeren Welt gegeben sind, aufzuzeigen, zu begründen und zu deuten.
Es ist begreiflich, ja, es ist wohl unerläßlich, daß dabei ein bestimmter Standpunkt eingenommen wird, von dem aus die Probleme betrachtet werden, und dennoch ergibt sich daraus als unvermeidliche Konsequenz die gefärbte Betrachtungsweise einer Richtung oder Schule, deren Grundsätze als Maßstäbe verwendet werden. Das ruft nun wieder die Männer auf den Plan, die sich kritisch mit diesen Darstellungen auseinandersetzen und sich ihrerseits um eine objektive Sicht bemühen.
Einen solchen Versuch unternimmt in einer soeben erschienenen Studie der Holländer Buytendijk, der als Biologe und Philosoph in der wissenschaftlichen Welt einen hochgeachteten Namen hat. Seine Schrift über „Die Frau“ behandelt das Thema von anthropologischer Warte aus, dabei drei Aspekte besonders hervorhebend: Natur — Erscheinung — Dasein. Das klingt nun sehr einfach und natürlich, und wenn auch der Verfasser von selbstverständlichen und allgemein bekannten Gegebenhe