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Die 80 Seiten umfassende Arbeit ist eine „Studie“. Sie berichtet von den Eindrücken einer dreiwöchigen Reise, bei der 56 Heime besucht wurden. Es geht den Autoren nicht um statistische Feststellungen und nicht um eine tiefenpsychologische Kasuistik, sondern lediglich um die Vermittlung des Gesamteindrucks, den sie bei dieser Reise von den Heimen, ihren Leitern und eben dieser heutigen Jugend gewonnen haben. Bondy nennt diese Jugend „bindungslos“, weil sie an keine Heimat, keine von ihr selbst gewünschte und durchlebte berufliche Arbeit und an keine Familie oder wirklichen Freunde gebunden ist.
In dem Reisebericht (dem man vielleicht etwas mehr systematischen Aufbau wünschen möchte) weht einen die ganze ungelöste Problematik dieser Heime an. Man sieht die Bunker, die umgebauten Burgen oder Villen und die neuen Heime mit vielen Fenstern und architektonisch angenehmen Räumen, die trotzdem so oft trostlosen Hospitalismus atmen. Die Autoren führen uns die sympathischen und die unsympathischen Typen der Leiter vor. Man sieht, wie viel Bemühung aufgewendet wird, und wie ungelöst dabei noch das ganze Problem bleibt.
In einem zweiten Teil ziehen die Autoren einige sozialpädagogische Folgerungen und geben eine psychologische Zusammenfassung. Im Extrakt referiert ergibt sich etwa folgendes Bild dieser Jugend, mit allem Vorbehalt hinsichtlich der Verallgemeinerung: Nüchtern, unromantisch. Abneigung gegen alles Phrasenhafte. Kaum Ideale. Keine heroischen Vorbilder — kein kämpferischer Wille. Keine militaristischen Neigungen, gar kein Verlangen nach einem neuen Krieg. Religiöse Ansprechbarkeit, oft größer als man erwartet, aber fremd gegenüber den konfessionellen Inhalten. Keine reformatorischen Neigungen zur Neuordnung der Gesellschaft. Scheu vor Verantwortung. Fernhaltung von der Politik. Kein Vertrauen zur Regierung, aber Ansprüche an sie. Die Arbeit ist meist nur ein notwendiges Übel, dabei allgemein fleißig. Starker Vergnuügungsdrang, aber oft unfähig zu wirklicher Freude. Ob