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Die kleine Abhandlung hält, was sie verspricht: es wird ein plastisches Bild des transvestitischen Symptomkomplexes an Hand einer interessanten Kasuistik von neun Fällen entworfen, wobei im wesentlichen „nach Regelmäßigkeiten in bezug auf Ausfaltung, Gestaltung und biographische Auswirkung, wie sie sich aus der vergleichenden Betrachtung der Falle ergeben“ gefragt wird
Verfasser kommt zu folgenden Ergebnissen: die transvestitische Neigung intendiert nicht die Herstellung eines echten sozialen Kontaktes etwa im Sinne der Übernahme einer wirklich weiblichen Rolle mit deren tatsáchlichen Umwelt-bezügen. Der Transvestit benützt allenfalls derartige Rollen, um sich selbst zu dienen, „um einer Ausfaltungsmöglich-keitseiner Person nachzugehen“. Kämpft er um Anerkennung, sucht er, gar öffent-lich, behördliche Rechtfertigung, so nur wieder für sich selbst. „Er sieht sich immer allein im Verhältnis zur Gesellschaft und unterscheidet sich hierin grundsätzlich vom Homosexuellen.“
Die soziale Rolle in Beruf und Familie wird meist ohne Störungen „vollig fest-gehalten und durchgespielt“, daneben jedoch entwickeln die Kranken ihre transvestitischen Zeremonielle und auf diesem Sektor ihres Lebens sind sie allerdings in dauernder Unruhe, finden sie sich nie am Ziel ihrer Wünsche. Diese „Diskrepanz zwischen Sein und Rolle im Leben der Patienten“ ist besonders eindrucksvoll.
Durch eine einmal, meist in der Kindheit erfolgte „vielleicht sogar zufällige“ Verkleidung, wird eine „Zustandsänderung“ erfahren, die die Entdeckung eines neuen Erlebensbereiches einleitet. „Die damit erlebte Ausweitung und scheinbare Intensivierung des Erlebnisraumes schaffen die Voraussetzung dafür, daß dieser Bereich nun mehr und mehr die Führung übernimmt und schließlich idealiter alles in seinen Bann zieht.“ Diese Entwicklung zeigt „alle Merkmale einer Sucht: die immer häufiger stattfindenden Verkleidungen, die sich steigernde Unruhe, die Verstimmungen während der Zwischenzeit“. Jedoch die vermeintliche Ausweitu