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Um es gleich vorwegzunehmen, der Verfasser bietet ein Panoptimum dessen, was heute zum Thema gesagt werden kann. Zunächst ganz allgemein: Darstellungen wie die vorliegende erfordern Mühe und Entsagung. Dafür bedeuten sie aber auch — für die Fachdisziplinen wie für die allgemeine Kulturwissenschaft — einen außerordentlichen Gewinn. Sie sind neben den Wörterbüchern und Materialsammlungen die eigentlichen Marksteine, an denen die Fortschritte der Tibetologie gemessen werden können. Heute sind sie of tmals belangreicher als gelehrte Spezialuntersuchungen. Verfasser verdient auch Dank, daß er die Ausführung lieferte, wo andere nur Wünsche, Absichten und Pläne zeitigen. Und wenn eine solche Darstellung aus der Feder des ersten deutschen Sachkundigen kommt, so bedeutet sie ein unentbehrliches Hilfsmittel für das weitere Studium.
Im ersten und historischen Teil gibt der Verfasser eine systematische Entwicklung, die einen deutlichen Überblick gewährt über den gewaltigen, bei uns kaum bekannten Gegenstand. Darüber hinaus wird die tibetische Kunst in ihrer Wechsel wirkung mit der indischen, iranischen, antiken und chinesischen Umwelt dargestellt und der Ablauf des geschichtlichen Werdens von den vor- und frühgeschichtlichen Anfängen an aufgezeichnet. Dabei werden die Schichten, die das Ganze der tibetischen Kunstentwicklung bestimmen — die vorgeschichtliche Megalithkultur, der eurasiatische Tierstil, das schamanistisch bestimmte Bontum des vorbuddhistischen Tibet, das Neue des im 7. nachchristlichen Jahrhundert von Indien her eindringenden Buddhismus, die Einflüsse aus Persien und Turkestan und schließlich das Verhaftetsein mit den zentralasiatischen und chinesischen Kulturen — behutsam aufgedeckt und weder relativierend noch im Sinne des Historismus zur Erklärung und Deutung des Phänomens der Kunst Tibets herangezogen. Der Platz verbietet leider ein näheres Eingehen auf diesen historischen Aufbau. Der Verfasser erweist sich hier wiederum als vorzüglicher Kenner der Quellen, de